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Virtuelle Bioethik

Ein reales Problem?

Series:

Lukas Ohly

Bioethische Probleme sind keine realen Probleme, sondern in Phantasien verstrickt. Diese Phantasien richten sich auf Allwissenheit im Informationszeitalter, Sehnsucht nach Unsterblichkeit, Schöpfung humanoider Maschinen oder Erschaffung des Lebens. Virtualität beansprucht dabei einen dritten Bereich zwischen Realität und Fiktion. Sind die Auswirkungen bioethischer Probleme damit real oder virtuell? Werden etwa reale Patienten behandelt und reale Subjekte biotechnisch erzeugt oder nur virtuelle? Und liegen etwa auch ethische Prinzipien selbst auf einer dritten Ebene zwischen Realität und Fiktion? Der Band enthält interdisziplinäre Beiträge zu diesen Fragen und möchte auf einen blinden Fleck innerhalb der bioethischen Diskussion aufmerksam machen.
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Michael Himmelreich: Auferstehung in Anschluss an die Selbstmodell-Theorie der Subjektivität von Thomas Metzinger

1.Zielsetzung

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Michael Himmelreich

Auferstehung in Anschluss an die Selbstmodell-Theorie der Subjektivität von Thomas Metzinger

»Being No One« lautet der Titel eines Buches von Thomas Metzinger, welches als wichtigste Grundlage für diesen Artikel dient. Dieser Titel deutet bereits die zentrale These Metzingers an: Es gibt kein »Ich« in Form eines »Selbst« und somit kein Ding wie ein »Selbst«. Stattdessen spricht Thomas Metzinger von einem »Ich-Gefühl« und einem »phänomenalen Selbst«, hinter dem sich im Gehirn ablaufende Prozesse verbergen. Ebenso überraschend und zunächst befremdlich wird erläutert, dass lediglich auf naive Weise geglaubt wird, die Tasse Tee, die möglicherweise neben diesem Artikel auf dem Tisch steht, sei ganz einfach und unkompliziert mit den Augen zu sehen und deren Duft mit der Nase zu riechen. Tatsächlich finden im Hirn Prozesse statt, welche die Informationen der visuellen und olfaktorischen Wahrnehmungssysteme mittels Präsentations- und Repräsentationsprozesse in das Phänomenale Selbstmodell der Subjektivität einbetten. Wenn der Leser währenddessen noch gedanklich abschweift und von einem Stück Käsekuchen träumt, dann ist das eigentliche Geschehen im Hirn des Lesers nicht nur ein einfacher Tagtraum, sondern ein Simulationsprozess. Des Weiteren könnte der Leser nun einen Schluck von dem Tee nehmen »wollen«. Dann äußert sich in dem Wollen eine Subjekt-Objekt-Relation. Prozesse, wie die eben skizzierten, beschreibt Thomas Metzinger in der von ihm formulierten Selbstmodell-Theorie der Subjektivität und in dem Phänomenalen Modell der Intentionalitätsrelation.

Mit diesen beiden Theorien stellt...

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