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Ortsumbenennungen im sowjetischen Russland

Mit einem Schwerpunkt auf dem Kaliningrader Gebiet

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Sven Freitag

Gegenstand der Arbeit ist die Untersuchung von Ortsumbenennungen auf dem Territorium der russischen Teilrepublik der Sowjetunion (RSFSR). Welche Entscheidungswege gab es? Nach welchen Kriterien wurden die Namen gewählt? Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf dem Kaliningrader Gebiet, wo über die Siedlungsnamen hinaus auch fast alle Flur- und Gewässernamen ausgetauscht worden sind. Auch die Umbenennungen auf der Krim, auf Sachalin und in Karelien werden auf ihre Motivationen hin analysiert. Zugleich wird das Thema in den Kontext der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts eingebunden; Umbenennungen sind eines der Mittel zur Schaffung von Gedächtnisorten für neue politische und gesellschaftliche Verhältnisse.
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3. Zarenreich und Sowjetunion – der Weg zur politischen Nutzung von Oikonymen

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Einleitend werden hier kurz die Formen der mittelalterlich-ostslavischen Oikonymbildungen vorgestellt, da dieser Bildungstyp auch in der Sowjetunion zum Teil Verwendung fand. Die Untersuchung ostslavisch-russischer Oikonyme kann mit dem Einsetzen der schriftlichen Überlieferung ab ca. dem neunten Jahrhundert vorgenommen werden.125 Wie in anderen Sprachen auch werden ostslavisch-russische Toponyme ausgehend von Appellativen oder Anthroponymen gebildet.126 Die Form der Ursprungswörter kann in diesem Prozess verändert werden (Anthroponym Jaroslav → Oikonym Jaroslavl ’). Im Wesentlichen kennzeichnend für ostslavisch-russische Toponyme sind possesive Bildungsmuster auf – ov und – ev, sowie auf – in und – ovo/-avo. Kirchenslavische Formanten wie -sk (‚Stadt‘) oder – grad (‚Burg, Festung‘) treten darüber hinaus ebenfalls auf.

Bestimmte Suffixe können auf bestimmte Bildungszeiträume hinweisen:

a) Ostslavische Toponyme des 9.-11. Jahrhunderts

Tabelle 3: Bildungsmuster Ostslavischer Toponyme des 9.-11. Jahrhunderts. Zusammengestellt nach Rospond, S.: Struktura, Moskva 1972, S. 86 - 88

← 39 | 40 → (b) Entlehnte Toponyme des 9.-11. Jahrhunderts127

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