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Religion im Zeitalter der Globalisierung

Mit besonderem Fokus auf Kollektivität und Bildung im Islam

Edited By Mizrap Polat

Dieser Band thematisiert die Religionen, und insbesondere den Islam, im Kontext des Globalisierungsprozesses bezüglich der religiösen Kollektivität, Handlung und Bildung. Die Weltreligionen waren schon global, bevor die Globalisierung im heutigen Sinne anfing. Mit dem Beginn der Menschheitsgeschichte fanden sie sich auf dem Weg, wanderten über die geographischen und geistigen Grenzen. Ihre Verbreitung schulden sie sogar dieser Wanderung. In der heutigen Zeit der Globalisierung gewinnen die Religionen auch eine strategische Bedeutung, weil sie geistige Grenzen mitmarkieren, globale Identitäten mitdefinieren und Massen mobilisieren können.
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Umma: Eine religionssoziologische Betrachtung

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1. Einführung

Der Gemeinschaftsgedanke im Arabischen artikuliert sich vor allem im Begriff Umma (umma, Plural: umām). Umma bedeutet philologisch Gemeinde, Gemeinschaft, Gesellschaft, Artgenossen, Zeitgenossen, Nation, Ethnie, Stamm, Bevölkerung einer bestimmten Geographie und Zeit, Zugehörigkeit und Gefolgschaft, Zivilisation usw. Als terminus technicus bezeichnet dieses Wort eine sich aufgrund von bestimmten weltlichen, religiösen und geistigen Gegebenheiten und Zielen zusammenfindende Gruppe.1 Dieser allgemeine Begriff muss eigentlich durch ein Adjektiv modifiziert werden, um damit eine bestimmte Gruppe zu bezeichnen. In diesem Sinne soll man der Vollständigkeit halber für die islamische Gemeinschaft den Begriff Umma durch das Adjektiv al-Islāmiyya erweitern und somit „al-Umma al-Islāmiyya“ sagen. Im Laufe der Zeit wurde immer öfter das Adjektiv: al-Islāmiyya weggelassen und das Wort „Umma“ als Denomination für die islamische Weltgemeinschaft in Anspruch genommen.

Die Umma, die das Sich-Zusammenfinden der Menschen bedeutet, hat eine Multidimensionalität. Die Breite und Modalität des Sich-Zusammenfindens und des Sich-Zusammentuns sind den Akteuren dieses Zusammentuns und Zusammenfindens selbst überlassen. ← 53 | 54 →

Im Koran wurden u.a. auch die Muslime als eine Umma bezeichnet. Im Koran heißt es zum Beispiel:

„Und sicherlich diese eure Umma (die Muslime sind hier angeredet), ist eine einheitliche Umma, und ich bin euer Herr. So handelt taqwa2 gemäß mir gegenüber!“3

„Ihr, die ihr glaubt, handelt taqwa gemäß Gott gegenüber in gebührender Weise und sterbt ja nicht anders denn als Muslime (Gottesergebene). Und haltet...

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