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Religion im Zeitalter der Globalisierung

Mit besonderem Fokus auf Kollektivität und Bildung im Islam

Edited By Mizrap Polat

Dieser Band thematisiert die Religionen, und insbesondere den Islam, im Kontext des Globalisierungsprozesses bezüglich der religiösen Kollektivität, Handlung und Bildung. Die Weltreligionen waren schon global, bevor die Globalisierung im heutigen Sinne anfing. Mit dem Beginn der Menschheitsgeschichte fanden sie sich auf dem Weg, wanderten über die geographischen und geistigen Grenzen. Ihre Verbreitung schulden sie sogar dieser Wanderung. In der heutigen Zeit der Globalisierung gewinnen die Religionen auch eine strategische Bedeutung, weil sie geistige Grenzen mitmarkieren, globale Identitäten mitdefinieren und Massen mobilisieren können.
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Position und Dialog. Zur Zukunft des Religionsunterrichts im gesellschaftlich pluralen Kontext

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1. Religionspädagogik als Friedenspädagogik

‚Religionspädagogik im Kontext der Globalisierung‘: Lassen sie mich – vielleicht unerwartet – mit einem Wort der Bibel beginnen:

In Psalm 139 heißt es: „Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.“

Mit diesem Eingangsvotum des Psalmbeters vor nahezu dreitausend Jahren möchte ich zeigen, dass der Gedanke der Globalisierung nicht neu ist: wer glaubt, glaubt umfassend, grenzenlos, global und universal. Es gibt kein Ende der Wirkmacht, der Gnade und Nähe Gottes –egal wo wir sind, wohin wir reisen, denn es ist uns zugesagt: „auch dort wird deine Hand mich führen“. Vermutlich ist dies ein starkes Verbindungselement zwischen den Religionen und Konfessionen, dass eben der Glaube als Beziehungsgeschehen zu Gott nicht an der eigenen Haustüre oder an der Landesgrenze sein Ende findet, sondern darüber hinaus geht – auch wenn dort in der Ferne oder in der Fremde Gott anders gesehen, angebetet, geglaubt und gelehrt wird. Demnach handelt es sich um zwei unterschiedliche Perspektiven: mein Glaube an die grenzüberschreitende, in gewisser Weise global geltende Nähe Gottes auf der einen Seite und die globale Erfahrung von Glauben, Glaubensformen und –traditionen, die phänomenologisch betrachtet sehr differierend und damit plural sind. Mit beidem hat auch unser Thema ‚Religionspädagogik ← 71 | 72 → im Kontext der Globalisierung‘ zu tun: religionspädagogisches Handeln ist auf den Kontext...

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