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Das anwaltliche Mandantengespräch

Linguistische Ergebnisse zum sprachlichen Handeln von Anwalt und Mandant

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Ina Pick

Diese gesprächslinguistische Studie untersucht das anwaltliche Mandantengespräch auf einer breiten Datengrundlage authentischer Gesprächsaufnahmen aus unterschiedlichen Rechtsgebieten und arbeitet typische kommunikative Formen und Probleme heraus. Mandantengespräche gehören zum beruflichen Alltag der meisten Anwälte und Anwältinnen, die Gesprächsführung gilt zudem als eine juristische Schlüsselqualifikation. Mit einem theoretisch und methodisch mehrdimensionalen Zugang werden Gesprächsphasen, kommunikative Aufgaben und verschiedene zentrale sprachliche Handlungsmuster rekonstruiert und miteinander in Bezug gesetzt. Fragebögen und Interviews mit den Beteiligten sowie die Auswertung von Praxisliteratur aus Anwaltssicht ergänzen die Analysen im Sinne einer Angewandten Gesprächsforschung. Die Arbeit wurde mit dem «Förderpreis Sprache und Recht 2014 der Universität Regensburg», dem «Dissertationspreis 2014 der TU Dortmund» sowie dem «Peter-Lang-Nachwuchspreis – Geisteswissenschaften» ausgezeichnet.
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7 Sachverhaltsdarstellung

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7.1 Fragestellung und Ziel des Kapitels

Dieses Kapitel beleuchtet die kommunikative Bearbeitung des Sachverhalts einbringen durch den Mandanten als einaktantiges sprachliches Handlungsmuster, die er als kommunikative Aufgabe innerhalb der Schemakomponente Sachverhaltsklärung bewerkstelligen muss (vgl. Kapitel 6.3.2). Die Sachverhalts- darstellung ist vor allem deshalb eine zentrale und daher näher zu betrachtende Aufgabe, weil mit ihr der Gegenstand der Beratung eingeführt wird. Gleichzeitig bringt der Mandant hier seine Bewertungen und persönlichen Sichtweisen ein. Dabei steht der Mandant der Schwierigkeit gegenüber, dass er aus einer Detailfülle von Ereignissen und Überlegungen auswählen muss. Er muss entscheiden, welches Wissen er in welcher Reihenfolge versprachlicht („Kondensierungszwang“, „Detailierungszwang“ Kallmeyer/Schütze 1977: 162).

Folgende Zitate aus den zu den Gesprächen erhobenen Mandantenfragebögen zeigen einige Schwierigkeiten, die die Darstellung ihres Sachverhaltes für Mandanten mit sich bringen kann:

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