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Innerer Dialog und Textproduktion

Ein Beitrag zur Überwindung von Schreibhemmungen Studierender beim Verfassen ihrer wissenschaftlichen Abschlussarbeiten

Emma Huber

Wie kann der innere Dialog Studierende bei der Textproduktion für ihre wissenschaftlichen Abschlussarbeiten unterstützen und ihnen dabei helfen, Schreibhemmungen zu überwinden? Dazu vergleicht die Autorin entsprechende Beiträge aus Psychologie, Sprachwissenschaft, Pädagogik, Tiefenpsychologie und Existenzanalyse. So gelangt sie zu einem neuen Verständnis von Schreiben als Ausdruck des inneren Dialogs der Person. Eine Erprobung dialogischen Schreibens in der Praxis ergibt, dass Studierende diese Art von Schreiben als hilfreich einschätzen. Im letzten Teil des Werkes erörtert die Autorin Vorschläge zu einer verstärkten Schreibförderung in Schule und Hochschule sowie den Beitrag der Psychotherapie zum Gelingen eines Schreibprojekts.
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3. Schreiben als Ausdruck der Person

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3. Schreiben als Ausdruck der Person

Person kann sich existenzanalytischem Verständnis zufolge auf mehrere Arten ausdrücken: in Handlungen und auch in verbalen Äußerungen, zu welchen sowohl mündliche als auch schriftliche zählen. Diese wurden, wie bereits erwähnt, von verschiedenen AutorInnen auch als „Schreibhandlungen“ bezeichnet. Während A. LÄNGLE ausdrücklich Handlungen im Sinne von Taten und mündlichen Äußerungen genannt hat, hat er schriftliche nicht erwähnt.

Was also in der existenzanalytischen Theorie fehlt, das ist der nach außen hin schriftlich sichtbar gemachte Ausdruck eines inneren Dialogs mit sich selbst oder mit Anderen/m: mit der Welt, in der die Person lebt, mit anderen, auch virtuellen Personen oder mit deren geistigen Werken. Dabei kann es sich – im Wege der Selbstdistanzierung – um einen Dialog der Person mit sich selbst handeln, dem sie schreibend Ausdruck verleiht. Oder sie wendet sich innerlich einer Anderen bzw. dem geistigen Werk einer Anderen zu und führt im Wege der Selbsttranszendenz ein inneres Zwiegespräch mit dieser anderen, lebenden oder bereits verstorbenen oder mit einer virtuellen Person, die ungeachtet ihres imaginären Charakters dialogfähig ist. Der Text, den die handelnde Person im Verlauf eines solchen Dialogs verfasst und niederschreibt, ist das Ergebnis der Ausrichtung auf jene andere Person, des inneren Austausches mit ihr und der eigenen Stellungnahme dazu.

Im Folgenden wird – sofern sie im Zusammenhang mit wissenschaftlichem Schreiben stehen – nochmals auf Grundlagen der Existenzanalyse anhand von Literatur und Literaturzitaten verwiesen. Das dient...

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