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Buchwidmungen der Frühen Neuzeit als Quellen der Stadt-, Sozial- und Druckgeschichte

Kritische Analyse der Dedikationen in volkssprachlichen Mainzer Drucken des 16. Jahrhunderts- Unter Verwendung statistischer, netzwerkanalytischer und textinterpretatorischer Methoden

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Andre Horch

Widmungen stellen eine Form von Paratexten des Buches dar, deren historische Aussagekraft bislang nicht ausreichend gewürdigt erscheint. Am Beispiel der deutschsprachigen Druckproduktion der Stadt Mainz im 16. Jahrhundert weist der Autor 178 Dedikationen nach, die er durch eine Kombination bewährter texthermeneutischer wie auch innovativ-statistischer und netzwerkanalytischer Untersuchungsmethoden auswertet. Die Untersuchung liefert neue Einblicke in die soziale, ökonomische und religiöse Struktur der Mainzer Stadtgesellschaft der Frühen Neuzeit. Sie versteht sich durch Anwendung computergestützter Analysetechniken als Beitrag zur schrittweisen Entwicklung jener Wissenschaftskonzeption, die weltweit unter dem Stichwort Digital Humanities diskutiert wird.
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2 Zur Druckgeschichte der Stadt Mainz im 16. Jahrhundert

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2. Zur Druckgeschichte der Stadt Mainz im 16. Jahrhundert

2.1 Die Stadt Mainz im 16. Jahrhundert

Um 1500 lebten im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation zwischen 12 und 15 Millionen Menschen,84 etwa ein Prozent davon, 120 bis 150 Tausend Personen, lebten in Groß­städten.85 Nach einer Welle von Städtegründungen zum Ende des Mittelalters zählte das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, Danzig und Prag mit eingerechnet, zu Beginn des 16. Jahr­hunderts 25 Großstädte. Den höchsten Grad an Verstädterung zu dieser Zeit erreichte mit geschätzten 688 Tausend Großstadt­bewohnern86 das Nachbarland Frankreich mit seiner deutlich höheren Anzahl an Städten, die über mehr als 10 Tausend Einwohner zählten.87 Die größte deutsche Stadt um 1500 war Köln mit mindestens 35 Tausend Einwohnern.88 Lübeck, Danzig, Magdeburg, Nürnberg, Prag, Straßburg und Augsburg folgten mit durchschnittlich 30 Tausend Einwohnern. Bis zum Beginn des 30jährigen Krieges zogen Nürnberg, Prag, Wien, Danzig, Hamburg und Augsburg mit Köln sogar gleich und überschritten die 40 Tausend Einwohner-Marke. Das bedeutete, dass um 1618 schließlich 3,3 Millionen Menschen in diesen Städten wohnten, und so die Bedeutung und der Einfluss der Städte seit Beginn der Frühen Neuzeit deutlich angestiegen waren.

Im Gegensatz zu der aus sich selbst heraus wachsenden Landbevölkerung entstand das urbane Bevölkerungs­wachstum vor allem als Ergebnis von Migrationsbewegungen, auch einer...

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