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Buchwidmungen der Frühen Neuzeit als Quellen der Stadt-, Sozial- und Druckgeschichte

Kritische Analyse der Dedikationen in volkssprachlichen Mainzer Drucken des 16. Jahrhunderts- Unter Verwendung statistischer, netzwerkanalytischer und textinterpretatorischer Methoden

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Andre Horch

Widmungen stellen eine Form von Paratexten des Buches dar, deren historische Aussagekraft bislang nicht ausreichend gewürdigt erscheint. Am Beispiel der deutschsprachigen Druckproduktion der Stadt Mainz im 16. Jahrhundert weist der Autor 178 Dedikationen nach, die er durch eine Kombination bewährter texthermeneutischer wie auch innovativ-statistischer und netzwerkanalytischer Untersuchungsmethoden auswertet. Die Untersuchung liefert neue Einblicke in die soziale, ökonomische und religiöse Struktur der Mainzer Stadtgesellschaft der Frühen Neuzeit. Sie versteht sich durch Anwendung computergestützter Analysetechniken als Beitrag zur schrittweisen Entwicklung jener Wissenschaftskonzeption, die weltweit unter dem Stichwort Digital Humanities diskutiert wird.
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6 Ergebnis: Die buchwissenschaftliche Auswertung von Dedikationen erschließt einen neuen Zugang zur Stadtgeschichte

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6. Ergebnis: Die buchwissenschaftliche Auswertung von Dedikationen erschließt einen neuen Zugang zur Stadtgeschichte

Dedikationen haben in der Frühen Neuzeit offensichtlich wichtige kommunikative Aufgaben erfüllt. Dafür spricht schon das Faktum, dass in der deutschsprachigen Mainzer Druck­produktion des 16. Jahrhunderts nahezu jede zweite Publikation eine Dedikation enthält. Auch ein Blick auf das aus den Mainzer Zueignungen zusammengestellte, insgesamt 1.245 Dedikations­­seiten umfassende Untersuchungscorpus lässt rasch erkennen, dass es sich um einen Dokumententypus handelt, der von der historischen Forschung in vielfältigen Zusammen­hängen zum Sprechen gebracht werden kann. Die vorliegende buchwissenschaftliche Untersuchung wurde in der Absicht durchgeführt, diese gedruckten Widmungs­­vorreden unter Verwendung sowohl bewährter als auch neuerer, in mancher Hinsicht experimentell zu nennender Untersuchungsmethoden exemplarisch auf ihre Eignung und Aussagekraft als Quellenmaterial für die Erforschung der Druck-, Sozial- und Stadt­geschichte der Frühen Neuzeit zu prüfen.

Welche Untersuchungsmethoden wurden verwendet?

Die Untersuchung der deutschsprachigen Dedikationen in Mainzer Drucken des 16. Jahr­hunderts bediente sich einer Kombination statistischer, netzwerkbasierter und textinter­pretatorischer Analyse­methoden. Dank der großen Daten­basis des VD16 mit rund 100 Tausend Titeldatensätzen und der verschiedenen Abfragemöglichkeiten konnte ein Abbild der Mainzer Druckproduktion des 16. Jahrhunderts erstellt werden, das die Grundlage für eine systematische inhaltliche Erschließung von Dedikationen bildet. Die statistische Auswertung der einzelnen Titeldatensätze ermöglichte einen Vergleich der Mainzer Druckentwicklung von 1501 bis 1600 mit der in anderen St...

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