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Bildungsurlaub – Planung, Programm und Partizipation

Eine Studie in Perspektivverschränkung

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Steffi Robak, Horst Rippien, Lena Heidemann and Claudia Pohlmann

In einem perspektivverschränkenden Ansatz untersuchen die Autorinnen und der Autor die polyvalenten Wirkungen von Bildungsurlaub. Außerdem befassen sie sich mit den durch die Gesetzesänderung evozierten Steuerungseffekten auf der Ebene der Anbieter und Angebote. Es werden darüber hinaus die professionellen Handlungsmodi der Programmplanung untersucht und die Interessens- und Verwertungszusammenhänge der Teilnehmenden. Hintergrund ist die Tatsache, dass es in Deutschland nur wenige gesetzliche Regelungen gibt, die ein Recht des Einzelnen auf Weiterbildung sichern. Ein besonderes Beispiel sind die Landesgesetze zum Bildungsurlaub (auch Bildungsfreistellungsgesetze). Das Bundesland Bremen hat sein Bildungsurlaubsgesetz im Jahre 2010 novelliert und versucht die Teilnahmequote zu erhöhen, indem es das Spektrum an Bildungsurlaubsanbietern und Veranstaltungsformaten ausdifferenziert und erweitert.
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Möglichkeiten und Barrieren der Teilnahme an Bildungsurlaub in mitbestimmten Betrieben. Die Perspektive von Betriebsräten

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1.  Fragestellung, Hintergrund und Konzeption

Ein zentrales politisches Ziel der Institution Bildungsurlaub ist die Beteiligung bildungsbenachteiligter Arbeitnehmergruppen an Weiterbildung. Auch in der Bildungsurlaubsforschung ist aus diesem Grund der Zugang zum Bildungsurlaub und die Zugänglichkeit der Bildungsangebote auf verschiedene Weise problematisiert worden. Zum einen wurden durch Untersuchungen der Bildungsarbeit selbst vor allem in den 1980er Jahren neue erwachsenenpädagogische Konzepte hinsichtlich ihrer Möglichkeiten für die Bildungsarbeit mit Arbeiterinnen und Arbeitern und Erwerbslosen ausgelotet (u. a. Holzapfel 1987; Isenberg et al. 1988). Zum anderen können durch Programmanalysen und durch Teilnehmerstatistiken Hinweise darauf gewonnen werden, welche Gruppen von Bildungseinrichtungen vornehmlich adressiert werden und welche Gruppen mit Angeboten tatsächlich erreicht werden (cf. Rippien in diesem Band). Die sozio-ökonomischen Merkmale von Teilnehmenden geben in begrenztem Maße auch Informationen über den betrieblichen Hintergrund der Bildungsurlaubsteilnehmer.

In seiner qualitativen Studie „Soziale Milieus und Bildungsurlaub“ untersuchte Helmut Bremer 1999 neben den Bildungsmotivationen auch die Teilnahmebarrieren verschiedener Adressatengruppen. Im Zentrum stand die Frage, wie durch soziokulturelle Techniken (e.g. durch Sprache) Bildungsangebote gegenüber Arbeitern und Arbeiterinnen un-/zugänglich gemacht werden. Am Rande der Studie werden auch familiäre und alltägliche Verpflichtungen als mögliche Teilnahmebarrieren aufgeführt (ibid., S. 68). Und selbst betriebliche Rahmenbedingungen wurden berücksichtigt. Da die niedersächsische Teilnehmerstatistik aus den 1990er Jahren eine deutliche Unterrepräsentanz von Beschäftigten aus kleineren Betrieben aufweist (ibid., S. 59) wurden Interviews mit Personalverantwortlichen und Beschäftigten in drei kleineren Betrieben geführt. Erwartungsgemäß wurden...

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