Show Less
Restricted access

Die innerstädtische Auseinandersetzung in Regensburg am Ende der Reichsunmittelbarkeit

Eine historische und rechtliche Untersuchung

Series:

Johannes Kalb

Im letzten Jahrhundert der Reichsunmittelbarkeit gab es in den Reichsstädten zahlreiche Auseinandersetzungen zwischen Bürgerschaft und Stadtrat. Auch in der Reichs- und Reichstagsstadt Regensburg wurde in den letzten Jahren der Reichsunmittelbarkeit ein intensiver innerstädtischer Konflikt ausgetragen. Diese Arbeit widmet sich zunächst einer authentischen Darstellung der Auseinandersetzung in Regensburg auf der Grundlage zeitgenössischer Quellen. Im weiteren Verlauf erfolgt eine rechtliche Überprüfung der Streitigkeiten am Maßstab des Reichsrechtes.
Show Summary Details
Restricted access

E. Politischer Gewinner der Auseinandersetzung

Extract

E.  Politischer Gewinner der Auseinandersetzung

Dem Äußeren Rat und den Vierzigern ging es um die Gewinnung von tatsächlichem Einfluss auf der politischen Ebene der Reichsstadt Regensburg. Um dieses Ziel zu erreichen, wählten sie weder den Weg einer gütlichen Einigung mit dem Geheimen Rat noch versuchten sie mit Gewalt die Teilhabe zu erzwingen. Stattdessen wählten sie den langwierigen Weg eines Reichshofratsprozesses. Nachdem ein Prozess vor dem Reichshofrat wegen dessen Janusköpfigkeit, einerseits Reichsgericht, anderseits Regierungsbehörde764, neben den juristischen Aspekten auch politisch geprägt sein konnte, lohnt sich die Frage, wer als politischer Gewinner aus der Auseinandersetzung hervorging.

Ein von dem Äußeren Rat und den Vierzigern angestrebtes Grundsatzurteil, die Regimentsordnungswidrigkeit des Geheimen Rates festzustellen und diesen aufzuheben765, konnte nicht erreicht werden. Das Regiment des Geheimen Rates in der Reichsstadt wurde nicht beseitigt. Zwar übte der Reichshofrat heftige Kritik an der Verwaltungspraxis und der Ämterführung, überließ es aber den Inneren Ratsherren, aus ihrer Mitte weiterhin einen Geheimen Rat als eigentliche Regierung der Reichsstadt handeln zu lassen. Der Geheime Rat an sich blieb als Einrichtung unberührt. Weder bestätigte der Reichshofrat diesen, noch verwarf er ihn. Somit blieb die herrschende Stellung des Inneren Rates beziehungsweise des Geheimen Rates gewahrt. In dieser Hinsicht hatten der Äußere Rat und die Vierziger keinen Erfolg vor dem Reichshofrat.

Hingegen stärkte der Reichshofrat die Position des Äußeren Rates, indem diesem Mitspracherechte bei der Verbesserung der reichsstädtischen Wirtschaft eingeräumt wurden....

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.