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Fünfzig deutsche Gedichte des 20. Jahrhunderts, textnah interpretiert

Von Stefan George bis Ulla Hahn

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Christoff Neumeister

An fünfzig lyrischen Gedichten deutscher Autoren des 20. Jahrhunderts wird eine Methode textnaher Interpretation vorgeführt. Grundlage ist dabei immer eine genaue sprachliche Analyse des betreffenden Textes, wobei auch die von ihm suggerierte Kommunikationssituation, sein Aussage-, Ausdrucks- und Appellcharakter sowie sein durch bestimmte Hervorhebungsmittel erzeugtes Wichtigkeitsrelief berücksichtigt werden. In der Regel wird auch die Lebenssituation des Autors, aus der das Gedicht hervorgegangen ist, in die Betrachtung mit einbezogen. Das Ergebnis erhebt nicht den Anspruch, die allein richtige Interpretation zu sein, wohl aber den, sich konsequent innerhalb des durch den Textbefund gesetzten Verständnisrahmens zu halten und insofern einen diesem angemessenen Deutungsvorschlag zu machen.
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11 Benn: Letzter Frühling

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Letzter Frühling

Nimm die Forsythien tief in dich hineinund wenn der Flieder kommt, vermisch auch diesenmit deinem Blut und Glück und Elendsein,dem dunklen Grund, auf den du angewiesen.

Langsame Tage. Alles überwunden.Und fragst du nicht, ob Ende, ob Beginn,dann tragen dich vielleicht die Stundenauch bis zum Juni mit den Rosen hin.

Der 69jährige Benn legte das Gedichts am 20. Mai 1955 einem Brief an Ursula Ziebarth bei, seiner 36 Jahre jüngeren letzten Geliebten.

Acht Verse, zu zwei vierzeiligen Strophen zusammengefaßt, kreuzweise gereimt und innerhalb der Strophen abwechselnd männlich und weiblich endend. Reimschema:

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