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Fünfzig deutsche Gedichte des 20. Jahrhunderts, textnah interpretiert

Von Stefan George bis Ulla Hahn

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Christoff Neumeister

An fünfzig lyrischen Gedichten deutscher Autoren des 20. Jahrhunderts wird eine Methode textnaher Interpretation vorgeführt. Grundlage ist dabei immer eine genaue sprachliche Analyse des betreffenden Textes, wobei auch die von ihm suggerierte Kommunikationssituation, sein Aussage-, Ausdrucks- und Appellcharakter sowie sein durch bestimmte Hervorhebungsmittel erzeugtes Wichtigkeitsrelief berücksichtigt werden. In der Regel wird auch die Lebenssituation des Autors, aus der das Gedicht hervorgegangen ist, in die Betrachtung mit einbezogen. Das Ergebnis erhebt nicht den Anspruch, die allein richtige Interpretation zu sein, wohl aber den, sich konsequent innerhalb des durch den Textbefund gesetzten Verständnisrahmens zu halten und insofern einen diesem angemessenen Deutungsvorschlag zu machen.
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50 Hahn, Mögliches Lied

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Mögliches Lied

Im Morgenhauch überm Wasseratme ich dich im Duft des Weißdornwittre ich deine Süße – unddeinen fauligen Widersacher. Zer

beiß ich das Weizenkornwie Funken schmecke ich dichwenn die Tage kommen und gehenkommst und gehst du mit ihnen.

Legt sich Licht von deinem Lichtmir auf die Zunge liebe ich dichals wärest du wirklichwärest du wirklich da in mir so nah.

In der 2011 veröffentlichten Sammlung „Wiɘderworte“ hat Ulla Hahn ausgewählten Gedichten aus ihren früheren Sammlungen (im Buch jeweils auf der linken Seite auf grauem Untergrund gedruckt) neu verfaßte Pendant-Gedichte (rechts auf weißem Untergrund) gegenübergestellt. Dieses Gedicht hier ist das „Wiɘderwort“ auf das eben besprochene, dreißig Jahre vorher veröffentlichte „Lied. Mäßig bewegt“.

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