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Fünfzig deutsche Gedichte des 20. Jahrhunderts, textnah interpretiert

Von Stefan George bis Ulla Hahn

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Christoff Neumeister

An fünfzig lyrischen Gedichten deutscher Autoren des 20. Jahrhunderts wird eine Methode textnaher Interpretation vorgeführt. Grundlage ist dabei immer eine genaue sprachliche Analyse des betreffenden Textes, wobei auch die von ihm suggerierte Kommunikationssituation, sein Aussage-, Ausdrucks- und Appellcharakter sowie sein durch bestimmte Hervorhebungsmittel erzeugtes Wichtigkeitsrelief berücksichtigt werden. In der Regel wird auch die Lebenssituation des Autors, aus der das Gedicht hervorgegangen ist, in die Betrachtung mit einbezogen. Das Ergebnis erhebt nicht den Anspruch, die allein richtige Interpretation zu sein, wohl aber den, sich konsequent innerhalb des durch den Textbefund gesetzten Verständnisrahmens zu halten und insofern einen diesem angemessenen Deutungsvorschlag zu machen.
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Einleitung

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Von den fünfzig lyrischen Gedichten deutscher Sprache, die in diesem Buch interpretiert werden, ist das älteste 1894, das jüngste 2011 veröffentlicht worden. Angeordnet sind sie nach dem Geburtsjahr der Dichter, und falls mehrere Gedichte ein und desselben Autors interpretiert werden, nach Entstehungs- oder Erscheinungsdatum. Von den älteren Gedichten sind die meisten sehr berühmt, doch auch von den jüngeren verdienen es meines Erachtens nicht wenige, im Laufe der Zeit gleichen Ruhm zu erlangen. Es ist eine winzige Auswahl aus einem riesigen Bestand. Ziel konnte deshalb nicht sein, einen repräsentativen Überblick über die deutschsprachige Lyrik von George bis zur Gegenwart zu geben und dabei die Autoren, ihr Werk und beispielhaft einzelne Gedichte in irgendwelche großen Tendenzen einzuordnen.1 Vielmehr wurde jedes einzelne der ausgewählten Gedichte zunächst einmal für sich ins Auge gefaßt und der Versuch gemacht, durch eine streng am Text orientierte („textnahe“) Interpretation zu einem angemessenen Verständnis zu kommen – „angemessen“ in dem Sinne, daß es sich in jeder Einzelheit am sprachlichen Befund festmachen und von ihm her rechtfertigen läßt; zu einem Verständnis m.a.W., das zwar keineswegs den Anspruch erhebt, das einzig richtige oder gar erschöpfend zu sein, aber doch den, in nichts dem am Text Beobachtbaren zu widersprechen.

Bei den Interpretationen ist ein Verfahren angewandt, das von dem im Vorwort erwähnten kleinen Kreis von Kursteilnehmern über mehrere Jahre hinweg entwickelt und an den verschiedensten Gedichten, auch fremdsprachlichen und vormodernen, erprobt worden ist.2 Es ist...

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