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Fünfzig deutsche Gedichte des 20. Jahrhunderts, textnah interpretiert

Von Stefan George bis Ulla Hahn

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Christoff Neumeister

An fünfzig lyrischen Gedichten deutscher Autoren des 20. Jahrhunderts wird eine Methode textnaher Interpretation vorgeführt. Grundlage ist dabei immer eine genaue sprachliche Analyse des betreffenden Textes, wobei auch die von ihm suggerierte Kommunikationssituation, sein Aussage-, Ausdrucks- und Appellcharakter sowie sein durch bestimmte Hervorhebungsmittel erzeugtes Wichtigkeitsrelief berücksichtigt werden. In der Regel wird auch die Lebenssituation des Autors, aus der das Gedicht hervorgegangen ist, in die Betrachtung mit einbezogen. Das Ergebnis erhebt nicht den Anspruch, die allein richtige Interpretation zu sein, wohl aber den, sich konsequent innerhalb des durch den Textbefund gesetzten Verständnisrahmens zu halten und insofern einen diesem angemessenen Deutungsvorschlag zu machen.
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Vorwort

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Dieses Buch ist, wie sein Vorgänger1, aus der Arbeit eines Kurses hervorgegangen, den der Verfasser (emeritierter Professor der Klassischen Philologie) über viele Semester hinweg an der Universität Frankfurt durchgeführt hat. Es spiegelt eine sehr spezielle didaktische Situation wider: Kursteilnehmer waren in diesem Fall nicht junge Studenten der Literaturwissenschaft, von fachwissenschaftlichen Interessen geleitet und mit einschlägigen Vorkenntnissen ausgestattet, sondern ältere Menschen, die in ihrem Leben die unterschiedlichsten Berufe ausgeübt hatten, denen jedoch dieses Eine gemeinsam war: ein großes und z. T. geradezu leidenschaftiches Interesse für lyrische Dichtung. Sie brachten neben ihrer größeren Welt- und Lebenserfahrung und ihrer Allgemeinbildung deshalb immer auch eine überdurchschnittlich große sprachliche Kompetenz und Sensibilität mit. Dieses höchst aufmerksame, aber auch selbstbewußt und unbefangen kritische Publikum galt es, an deutschsprachige Gedichte des XX. Jahrhunderts heranzuführen. Dabei ergab sich ganz von selbst ein bestimmtes Arbeitsverfahren: Gegenstand unserer Arbeit war immer ein bestimmtes Gedicht, entweder vom Kursleiter ausgesucht oder von den Teilnehmern vorgeschlagen. Auswahlkriterium war das ganz persönliche, eingestandenermaßen subjektive Angesprochensein. Der erste Arbeitsschritt war immer, daß wir das einzig und allein Unbezweifelbare: den Text des Gedichtes, uns durch Vorlesen auch in seiner klanglichen Erscheinung vergegenwärtigten. Ihn nahmen wir uns dann, vor jeder Zuordnung zu einer literarischen Richtung und vor jeder Einordnung in das Werk und die Biographie des Autors, zunächst einmal für sich vor und bemühten uns, ihn auf dem Wege einer sprachlichen Analyse möglichst genau zu erfassen. Das...

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