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Semantik der Leere in deutschen und polnischen Kulturtexten zur Shoah

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Dominika Gortych

Die Autorin beschäftigt sich mit kritischen künstlerischen und literarischen Manifestationen des kulturellen Shoah-Gedächtnisses in Deutschland und Polen vor dem Hintergrund öffentlicher Debatten. Besonderes Augenmerk legt sie auf die vielfältigen semantischen Dimensionen der Leere als zentraler ästhetischer Kategorie in Kulturtexten. Sie fragt nach der Beschaffenheit der Erinnerungskulturen, dem Zusammenhang von Gedächtnis, bewohntem Ort und kollektiven Identitätskonstruktionen sowie dem Trauma der Täter, Zeugen und Nachgeborenen. Die neuen Poetiken der analysierten Werke ermöglichen eine Annäherung an die Shoah und ihre anhaltenden Folgen für alle beteiligten Gruppen. Die Katastrophe erscheint dort als absent und zugleich unterschwellig präsent, als eine am Ort und im Raum erlebbare Leere.
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Resümee

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Das Ziel der Arbeit war es, in den Kulturtexten der Gegenwart in Bezug auf die Shoah-Erinnerung in Deutschland und Polen möglichst viele Formen und Bedeutungsgehalte der Leere aufzudecken. Literarische Texte (vor allem Prosa), Kunstwerke und Architektur haben die Grundlage für die Untersuchung gebildet, die kulturwissenschaftlich und kultursemiotisch ausgerichtet war. So bot die Kategorie der Leere einen geeigneten Ausgangspunkt für die kontextuelle und komparatistische Erforschung des Zusammenhangs von bewohntem Ort, Gedächtnis, Trauma und kollektiven Identitätskonstruktionen der Deutschen und Polen. Auch die Frage nach der Ästhetik der Repräsentation der Shoah und den Konsequenzen dieser Erfahrung für die beiden Nationen stand im Mittelpunkt der Überlegungen. An dieser Stelle soll ein grober, zusammenfassender Überblick über die wichtigsten Erkenntnisse geboten werden, die im Zuge der Erforschung des Themas gewonnen wurden.

Aus dem Vergleich der öffentlichen Shoah-Diskurse in Deutschland und Polen, der den sozial-politischen Hintergrund für die Analyse der Kulturtexte lieferte (die sich wiederum in diesem Kontext häufig als Gegen-Diskurse erwiesen), geht hervor, dass genauso westlich wie östlich der Oder die Shoah jahrzehntelang nicht zum Thema der öffentlichen Debatten gemacht wurde. Auch wenn sie sich nach und nach als fester Bestandteil der öffentlichen Diskurse etablieren konnte (in der Bundesrepublik bereits in den 1980er, in Polen erst in den 1990er Jahren), rief dieses Thema immer wieder heftige Emotionen hervor, die in beiden Ländern in zahlreichen Skandalen mündeten. Bemerkenswert ist, dass sich die beiden nationalen Shoah-Erinnerungskulturen, auch wenn in verschiedener Geschwindigkeit und unter...

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