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Wissen in institutioneller Interaktion

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Edited By Alexandra Groß and Inga Harren

Die Beiträge dieses Bandes untersuchen aus einem angewandt-gesprächsanalytischen Zugriff wissensbezogene Aushandlungsprozesse in Gesprächen von Institutionenvertreter/innen mit Klient/innen und ihren Zusammenhang mit institutionellen Aufgaben und Zielen sowie den sozialen Rollen der Interagierenden. Wissen ist in solchen Gesprächen allgegenwärtig: Es bildet in vielfältiger Weise Grundlage und Gesprächsinhalte für professionelles berufliches Handeln und entpuppt sich als interaktional außerordentlich komplex. Die Untersuchung von wissensbezogenen interaktionalen Praktiken, z. B. Praktiken des Wissenstransfers, eröffnet neue Perspektiven auf die institutionelle Praxis. Sie dient damit der – aus angewandter Perspektive angestrebten – Optimierung wissensbezogener kommunikativer Prozesse.
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Die multimodale (De-)Konstruktion der Experten. Betrachtungen am Beispiel des Klimawandel-Diskurses im Fernsehen (Michael Klemm)

Michael Klemm

Die multimodale (De-)Konstruktion der Experten. Betrachtungen am Beispiel des Klimawandel-Diskurses im Fernsehen

Abstract: Expert/innen gehören zu den wesentlichen Akteuren der heutigen Wissens- und Mediengesellschaft. Sie erklären komplexe Zusammenhänge und stellen so Orientierungswissen bereit. Der vorliegende Beitrag geht von der These aus, dass Expert/innen durch kommunikative Verfahren und gegebenenfalls massenmediale Inszenierungstechniken erst zu solchen gemacht werden (müssen), und rekonstruiert einige fernsehtypische Verfahren dieses Doing presenting an expert mittels Sprache, Bild und Ton. Durch solche multimodalen Präsentationsmuster kann Experten-Autorität konstruiert, aber auch Glaubwürdigkeit in Zweifel gezogen werden, da man eine Person ebenso multimodal diskreditieren kann. Als Beispiel dient der Klimawandel-Diskurs im Fernsehen, der besonders prägnant zu zeigen scheint, wie Journalist/innen in einem wissenschaftlich und politisch kontroversen Phänomenbereich Expertise schaffen oder aber in Frage stellen und so in einem zentralen Mediendiskurs implizit Position beziehen – nicht unbedingt zugunsten einer differenzierten Information der Zuschauer.

1) Ausgangspunkte: Was ist eigentlich ein (TV-)Experte?

In unserer modernen, arbeitsteiligen und spezialisierten Informations- und Wissensgesellschaft wird der ‚Experte‘ oder die ‚Expertin‘ zu einer zunehmend einflussreichen gesellschaftlichen Institution für immer mehr Themengebiete. Manche Kritiker sprechen schon von einer Expertokratie, wenn nicht gar „Expertomanie“ (Eilders 2005: 345). Umso relevanter scheint, zu reflektieren, was jemanden zum Experten oder zur Expertin macht (oder von wem er oder sie wie dazu gemacht wird) und worin genau diese/r sich von Nicht-Expert/innen unterscheidet,1 auch wie Expertenwissen inszeniert←177 | 178→ und legitimiert wird – zumal, wenn es sich um Schlüsselakteure in gesellschaftlich relevanten und massenmedial vermittelten Diskursen handelt.

Im Alltag versteht man unter Expert/innen (neutrale) ‚Sachverständige‘, die meist aufgrund einer anspruchsvollen, teils staatlich kontrollierten Ausbildung exklusives Wissen oder eine spezielle Fertigkeit erworben haben, um dies professionell (oft mit fachsprachlicher Formulierungskompetenz) an Interessenten weiterzugeben (cf. Hitzler 1994). Expert/innen verfügen somit über explizites „Sonderwissen“, das übliches „Gebrauchswissen“ und Alltagskompetenzen bei weitem übersteigt (cf. Hitzler 1994: 13), auf das Nicht-Expert/innen aber womöglich situativ angewiesen sind.

„Der Experte verfügt über technisches, Prozess- und Deutungswissen, das sich auf sein spezifisches professionelles oder berufliches Handlungsfeld bezieht. Insofern besteht das Expertenwissen nicht allein aus systematisiertem, reflexiv zugänglichem Fach- oder Sonderwissen, sondern es weist zu großen Teilen den Charakter von Praxis- oder Handlungswissen auf, in das verschiedene und durchaus disparate Handlungsmaximen und individuelle Entscheidungsregeln, kollektive Orientierungen und soziale Deutungsmuster einfließen.“ (Bogner / Menz 2005: 46)

Im Gegensatz zu ‚Spezialist/innen‘, die ein eng begrenztes Problemfeld zunächst einmal für sich selbst besonders professionell bearbeiten können, werden Expert/innen erst über eine zweifache Relation konstituiert: zum einen als Ratgeber für Laien, zum anderen oft auch für Entscheidungsträger (cf. Hitzler 1994: 19). Spezialisten werden somit erst und nur zu Experten, wenn sie ‚konsultiert‘ werden.2 Und damit ist zugleich soziale Verantwortung verbunden.3

Was das erforderliche Wissen und Können konkret ausmacht, ist weitgehend „kontextabhängig und perspektivengebunden“ (Hesse 1998: 35). Experte oder Expertin ist man nur relational zum Erkenntnisinteresse; das Spezialwissen und -können zählt nur im Kontext der jeweiligen Wissenskul←178 | 179→turen und Dispositive, ist relevant für spezielle Zielgruppen und Diskurse. Expert/innen gibt es auf allen Gebieten einer zunehmend ausdifferenzierten und spezialisierten Wissensgesellschaft, bis hin zu „Szeneexpert/innen“ etwa im Rahmen von Fankulturen, deren Expertise allein kulturelles Kapital abwirft (dazu ausführlich Klemm 2012). Im Umkehrschluss heißt das: „Auch der Fachmann ist in, sagen wir, 99,5 Prozent seiner Wissens- und Lebensprobleme ein Laie“ (Chargaff 1978: 470).

Welches Themenfeld auch immer: Von Expert/innen erwartet wird in jedem Fall und in jeder Hinsicht Professionalität (dazu Pfadenhauer 2003), nicht zuletzt auch im Auftreten. Sie sind angewiesen auf Autorität und Glaubwürdigkeit, die wie alles in einer Interaktion erst einmal reflexiv konstruiert, das heißt im ethnomethodologischen Sinne für die Beteiligten „accountable“ (Garfinkel 1967: 1) gemacht werden müssen. Expertenschaft ist somit im Wesentlichen auch eine performative Hervorbringungsleistung, ein Doing being an expert:

„Wenn man […] fragt, […] aufgrund welcher Merkmale jemandem Expertenschaft attestiert wird, dann stößt man auf solche Phänomene wie: auf eine bestimmte Art und Weise sprechen, bestimmte Embleme und Symbole verwenden, ein bestimmtes Erscheinungsbild abgeben, bestimmte Rituale – auch Antirituale – vollziehen usw., dann stößt man also sehr schnell auf Inszenierungsleistungen. Dann erscheint der Experte eben nicht als jemand, der besondere Kompetenzen hat, sondern als jemand, der es versteht, sozial zu plausibilisieren, daß er über besondere Kompetenzen verfügt. Expertenwissen wäre demnach vor allem das Wissen, wie man sich als Experte, und mithin als ‚unterweisungsbefugt‘ für ein Wissensgebiet, darstellt – und wie man Weisungsansprüche anderer auf diesem Gebiet erfolgreich zurückweist. Dramatologisch gesehen ist der Experte also der Prototyp des als ‚kompetent‘ und ‚legitimiert‘ – wofür auch immer – anerkannten Akteurs. Kompetenz – wofür auch immer – ist dabei zu verstehen als eine soziale Zuschreibung aufgrund wahrgenommener bzw. wahrnehmbarer Verhaltensmerkmale und unterstellter Eigenschaften.“ (Hitzler 1994: 27; Hervorhebungen im Original)

Expert/innen sind daher auf überzeugende Selbstdarstellungstechniken angewiesen, auf eine „Kompetenzdarstellungskompetenz“ (Pfadenhauer 2003: 116) oder eine „Kultur der überlegenen Rhetorik“ (Hitzler 1994: 18). Auch professionelle Expertenschaft ist auf diese Weise ein „herstellbarer Anspruch“ (Pfadenhauer 2003: 207), zum Beispiel über die „Reklama←179 | 180→tion von Zuständigkeit“ und die „Reklamation von Uneigennützigkeit“ (ibid.: 62 und 73),4 jeweils realisierbar als Fremd- und Selbstzuschreibung.

Zu Expert/innen wird man somit einerseits gemacht – durch kommunikative Zuschreibungsprozesse und durch Verfahren der sozialen Anerkennung als Mitglied einer Art „Wissenselite“, die über exklusive oder zumindest schwer zugängliche Informationen und/oder Fertigkeiten verfügt. Zum anderen aber muss man diese Fremdzuschreibung durch geeignete Verfahren der Selbstdarstellung im Doing being an expert immer wieder aufs Neue bestätigen.

Expert/innen gehören praktisch seit Beginn zum Stammpersonal des Fernsehens, denn das Verfügbarmachen von Expertenwissen ist in einer zunehmend komplexer werdenden Welt eine der zentralen Aufgaben der Massenmedien. TV-Expert/innen erläutern uns das politische Geschehen, erklären wissenschaftliche, medizinische oder technische Zusammenhänge und geben somit Orientierung in der alltäglichen Lebenswelt. Sie gibt es inzwischen für alles und jeden (cf. z. B. Nölleke 2013), ob als „Terror-Experte/in“, „Society-Expert/in“ oder „Heimwerker-Profi“. TV-Expertenschaft ist nicht unbedingt auf eine spezielle Ausbildung angewiesen, sondern kann auch durch langjährige und erfolgreiche eigene Tätigkeit legitimiert werden, etwa bei Sportexpert/innen. Neben diesem Prinzip der „Seniorität“ (Bieber 2006: 141) greift im Fernsehen auch jenes der „Prominenzierung“ (ibid.: 143): Auf dem TV-Markt der unzähligen Experten gilt es heute mehr denn je, die eigene (vorgebliche) Expertise so attraktiv zu verkaufen, dass man sich als dauerhaft gefragter „Leitexperte“ (Nölleke 2009: 106) gegen die zahlreiche Konkurrenz auf allen Kanälen durchsetzen kann.

Die Auswahl von Expert/innen folgt stets einer systemimmanenten Logik. Sie ist demnach im Fernsehen den sender- und redaktionskulturellen Rah←180 | 181→menbedingungen (dazu Klemm / Michel 2014: 198) und den strukturellen Zwängen beziehungsweise Routinen journalistischen Arbeitens (cf. Nölleke 2013) unterworfen. Im Unterschied zum Alltag treten Fernsehexpert/innen nur mittelbar mit ihrer Klientel in Kontakt, das heißt, Journalist/innen / Redakteur/innen „konsultieren“ sie stellvertretend für die Zuschauer – aufgrund ihrer Recherchen nicht als völlige Laien, aber auch nicht „auf Augenhöhe“. Einerseits sind Journalist/innen wie die Gesellschaft insgesamt zunehmend von Expertenwissen abhängig (cf. Boyce 2006), um immer neue Themenfelder und Zielgruppen zu bedienen. Andererseits instrumentalisieren sie „ihre“ Expert/innen auch, wie noch zu zeigen sein wird, als Gewährsperson für die von ihnen konzipierten Geschichten. Sie behalten die Kontrolle, wenn sie am Schnittplatz ihren Filmbeitrag produzieren und die Statements des Experten/ der Expertin ins Gesamtkonzept einpassen. Dabei wird Expertenwissen im Fernsehen nicht nur über Sprache vermittelt, sondern zunehmend auch über Visualisierungen wie (animierte) Informationsgrafiken (cf. Klemm 2011a). Das Wissen der Expert/innen wird somit nicht nur in Interviews oder aufgrund von Archivaufnahmen erfasst, sondern redaktionell bearbeitet, medial transformiert und neu kontextualisiert.

Die Auswahl von TV-Expert/innen folgt – wie auch die Auswahl von Nachrichten – relativ vorstrukturierten Kriterien und Routinen:

„Good sources are knowledgeable, are connected to prestigious institutions, are direct and articulate and don’t overqualify statements, and they return phone calls.” (Conrad 1999: 285)

Nölleke (2009, 2013) hat mittels Leitfaden-Interviews mit Nachrichtenjournalist/innen untersucht, nach welchen Kriterien diese „ihre“ Expert/innen auswählen und wie sie dadurch Expertenschaft massenmedial konstruieren. Exemplarisch für diese Innensichten seien hier drei Statements wiedergegeben:

„Gerade beim Fernsehen und Radio […] ist es schon wichtig, dass der gut spricht, dass der sich gut ausdrücken kann, möglichst auch verständlich, wenn möglich auch plakativ Botschaften rüberbringen kann, ohne sich in Details zu verlieren […]. Darüber hinaus ist ein wichtiges Kriterium, dass er sich wirklich auskennt mit der Sache und eine gewisse Kompetenz ausstrahlt. Ein großes Kriterium ist auch die Verfügbarkeit.“ (Journalist IV in Nölleke 2009: 102)←181 | 182→

„Meinungsstärke ist sehr wichtig, weil es uns […] lieber ist, dass wir jemanden haben, der eine klare Haltung, eine klare Meinung hat, als dass er sich in seiner eigenen Antwort dreimal widerspricht, um nur ja keinem auf die Füße zu treten.“ (Journalist VII in Nölleke 2009: 103)

„Also, wenn es ein klassischer Experte ist, […] und der eine randlose Brille aufhat, dann wird ihm schon eine gewisse Grundseriosität attestiert. Oder dass er, wenn er sich zu medizinischen Geschichten äußert, nicht nur einfach einen Anzug anhat, sondern seinen Kittel; und dann hängen sie ihm noch ein Stethoskop um, und dann hast du einen super Experten, weil sich viel mehr verkauft über Visualität.“ (Journalist V in Nölleke 2009: 104)

Solche Auskünfte machen deutlich, „dass der Expertenstatus nicht nur Ergebnis eines Zuschreibungsprozesses durch Journalisten ist, sondern durch Inszenierung nachträglich erhöht werden kann“ (Nölleke 2009: 104). Laut Nölleke (ibid.: 107) sind folgende Kriterien typisch für die redaktionelle Auswahl eines Experten/einer Expertin, wodurch zugleich auch der journalistische Erwartungshorizont abgesteckt wird:

Fachkompetenz (meist nachgewiesen durch eine akademische Laufbahn, aber auch durch praktisches Erfahrungswissen);

Status in der Fachcommunity beziehungsweise Prominenz;

sprachliche Kompetenz (insbesondere die Prägnanz der Darstellung);

Meinungsstärke;

attraktives Erscheinungsbild und authentisches Auftreten;

Erreichbarkeit und Zuverlässigkeit;

Vorhersehbarkeit der Statements (auch als „Gegenexpert/in“);

vorherige Medienauftritte.

Nach der Auswahl geht es auch um die überzeugende Präsentation der Expertinnen im Rahmen der journalistischen Geschichte, damit sie die in sie gesetzten Erwartungen auch erfüllt. Das Doing being an expert trifft somit auf das Doing presenting an expert der Fernsehmacher – beides bedingt in der Regel einander. Im Folgenden werden audiovisuelle Verfahren rekonstruiert, die Experten-Autorität konstruieren (wollen), um die Zuschauer/innen von der Kompetenz eines Gesprächspartners und der Richtigkeit seiner Äußerungen zu überzeugen.5 Oder aber andererseits Behauptungen←182 | 183→ in Zweifel ziehen, da man eine Person und Position ebenso diskreditieren kann, wenn die Auffassung nicht zur journalistischen Botschaft passt. Dabei werde ich über die traditionellen Analysefelder der Gesprächsanalyse hinaus das ‚multimodale‘ Zusammenspiel von Zeichen in den Blick nehmen, sprich die Kombination aus Sprachhandlungen, Lexik, Prosodie, Bildauswahl, Kameraoperationen, Ton und Musik, Setting und manchem mehr.6 Als Beispiel dient der Klimawandel-Diskurs im Fernsehen, der besonders prägnant zu zeigen scheint, wie man multimodal in einem wissenschaftlich kontroversen Phänomenbereich Expertise autorisieren oder anzweifeln kann, um in Mediendiskursen implizit Position zu beziehen. Zunächst aber sollen allgemein Verfahren des Doing being beziehungsweise Doing presenting an expert dargelegt werden.

2) Multimodale Konstruktionsprozesse: Doing being und Doing presenting an expert

Expert/innen können ihre Interaktionsrolle – sei es in der Experten-Laien-Kommunikation oder im Experteninterview – über eine Reihe von Verfahren auf verschiedenen verbalen und nonverbalen Ebenen der Kommunikation konstruieren, die sich mit den Mitteln der Angewandten Gesprächsforschung präzise analysieren lassen. In einem audiovisuellen Medium wie dem Fernsehen wird Wissen und werden auch Wissende aber nicht nur sprachlich inszeniert, sondern über weitere Codes und Modes (cf. dazu Holly 2007). Typische Inszenierungsressourcen des Doing being an expert, die sich im untersuchten Klimawandel-Korpus (s. u.) an zahlreichen Stellen als Muster identifizieren ließen, sind etwa:

Wortschatz: Expert/innen verwenden in der Regel Fachvokabular zur Markierung von Spezialwissen, auch um eine professionelle Autorität und Statusüberlegenheit zu etablieren. Andererseits setzen sie oft auf Metaphern zur (vermeintlichen) Erhöhung der Verständlichkeit für Lai←183 | 184→en (kritisch dazu Liebert 2002; Klemm 2011a). Zudem nutzen sie – je nachdem, wie strittig oder konsensuell ihre Thesen sind – auch depräzisierende beziehungsweise präzisierende Heckenausdrücke wie in der Regel oder exakt, um die Geltung ihrer Aussagen zu skalieren und sich gegen etwaige Kritik zu immunisieren.

Sprechstil / Prosodie: Expert/innen tendieren als Teil ihrer Souveränitätsdemonstration zu einer ruhigen ernsten Stimme und zu präziser Artikulation.

Illokutionen: Typische Sprachhandlungsmuster in Experten-Statements sind ANALYSIEREN, ERKLÄREN, ZITIEREN, INTERPRETIEREN, BEGRÜNDEN, SCHLUSSFOLGERN, BEURTEILEN und BEWERTEN, PROGNOSTIZIEREN, den Adressaten ORIENTIEREN / EMPFEHLUNGEN GEBEN. Zudem verwenden Expert/innen gern „funktionale Erzählungen“ (Gülich 1980: 335) oder Narrative (cf. Viehöver 2005), um ihre Expertise zu konkretisieren und die Relevanz ihrer Aussagen zu dokumentieren.

Nonverbalia: Expert/innen sieht man häufig sitzend. Typisch ist ein fester Blick zum Interviewer und eine stark kontrollierte Gestik und Mimik.

Kleidung: Expert/innen können zum Beispiel Seriosität durch einen Anzug mit Krawatte beziehungsweise ein Kostüm demonstrieren; Professionalität durch Berufskleidung wie den prototypischen Arzt- oder Labor-Kittel; Authentizität durch legere Outdoor-Kleidung im Forschungsfeld.

Setting: Expert/innen lassen sich typischerweise im „würdig“ eingerichteten Büro ablichten oder aber im modernen technischen Arrangement (z. B. Bildschirme oder Laborausstattung) oder in actu und vor Ort im jeweiligen Praxisfeld.

Diese und weitere Verfahren der Selbstinszenierung werden noch verstärkt durch redaktionelle Muster der Experten-Konstruktion. Typische Inszenierungsressourcen des Doing presenting an expert im Fernsehen sind etwa:

Visuell: Der Auftritt von Expert/innen wird inszeniert (z. B. als Gang durch ein Gebäude oder das Erklimmen von Treppenstufen), bevor sie zu Wort kommen.

Verbal: Expert/innen werden (aus dem Off gesprochen) mit Namen vorgestellt, ihre „professionelle Autorität“ (Honer 1994: 48) gegebenenfalls durch die explizite Kategorisierung als Expert/in und die Nennung aka←184 | 185→demischer Titel oder relevanter Funktionen / Positionen hervorgehoben, die als Legitimations- und Vertrauensressource dienen. Schriftsprachlich ergänzt wird diese Präsentation in der Regel durch eine entsprechende Bauchbinde (Insert).

Setting: Je nach professionellem Kontext der Expertinnen zeigt man sie häufig in eindeutigen prototypischen Kontexten: Geisteswissenschaftler/innen zum Beispiel im Büro vor Bücherregalen, Techniker/innen vor Computer-Bildschirmen oder Großrechnern, Naturwissenschaftler/innen im Labor mit Mikroskopen und Reagenzgläsern, usw.

Demonstratio in actu: Mit den Settings einher geht oft die Simulation von (pseudo-)expertischem Symbolhandeln. Der Experte/die Expertin wird beispielsweise beim Lesen, Schreiben, Messen oder Auswerten von Daten gezeigt. Zudem werden soziale Hierarchien inszeniert: Der Experte/die Expertin diskutiert angeregt mit Mitarbeiter/innen und gibt ihnen Hilfestellung oder Anweisungen.

Kameraregie: Expert/innen werden oft in Großaufnahme gezeigt, als Talking Heads, denen man zuhört. Diese visuelle Autoritätsinszenierung wird mitunter noch überhöht durch eine Untersicht, die der Person Diskursmacht verleiht.7

Zentraler O-Ton: Das Interview mit dem Experten/ der Expertin wird in einzelne Statements zerlegt, die prägnant und pointiert einen Standpunkt erkennen lassen. Relativierende Vagheitsmarkierungen oder gar Wissenslücken werden in der Regel ausgeblendet (cf. Klemm 2011a; Liebert 2011).

3) Fallbeispiel Klimawandel-Diskurs (Fokus 2007–2009)

Der Mediendiskurs zum Klimawandel wurde bereits vielfach untersucht.8 Er gilt als äußerst strittiger und teils verbissen, oft polemisch geführter globaler←185 | 186→ Diskurs. Seine Relevanz gewinnt er insbesondere als Schnittstellendiskurs: Hier wird eine politische, gesellschaftliche und ökonomisch zentrale Debatte zumindest vorgeblich mit wissenschaftlichen Argumenten ausgefochten (cf. Klemm 2011a), für die wiederum die Massenmedien in hohem Maße Expert/innen benötigen. Die massenmediale Umsetzung des Diskurses steht dabei zumindest vor drei zentralen Problemen: Erstens ist der Klimawandel ein langwieriger und nicht mit bloßem Auge sichtbarer Prozess. Wenn man unter ‚Klima‘ die statistische Gesamtheit mittlerer atmosphärischer Zustände und Prozesse über einen Zeitraum von zumindest 30 Jahren, oft weitaus länger, versteht, ist der Klimawandel schwer zu dokumentieren und vor allem zu visualisieren – aber das Fernsehen benötigt (spektakuläre) Bilder (und Worte). Zweitens ist der Klimawandel ein multifaktorieller und komplexer Prozess,9 zudem ein globales Phänomen mit lokal sehr unterschiedlichen Auswirkungen – Medien tendieren dagegen eher zu klaren Kausalitäten und generellen Aussagen (cf. Weingart / Engels / Pansegrau 2007). Drittens ist der Klimawandel – wenn auch weniger im deutschen Diskurs als im internationalen Vergleich – ein kontrovers geführter Diskurs in Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit, insbesondere was die Ursachen und nötigen politischen Konsequenzen der Erderwärmung angeht. Im Mediendiskurs findet man hingegen meist klare Botschaften und „Konsensfiktionen“ – oder aber effektvolle polarisierte Streitinszenierungen.

Die Debatte um die Globale Erwärmung ist geprägt von der Kontroverse zwischen den Klimaforscher/innen, die insbesondere im Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), dem Weltklimarat der Vereinten Nationen, organisiert sind, und den so genannten „Klimaskeptikern“ oder „Klimaleugnern“ (schon diese abwertenden Bezeichnungen sind bemerkenswert skurril), welche die Erkenntnisse des IPCC ablehnen und deren wissenschaftliche Grundlagen wie ökonomische Schlussfolgerungen anzweifeln. Letztere haben insbesondere in Nordamerika und Australien eine starke←186 | 187→ Diskursposition, während innerhalb der EU der Mediendiskurs durch die Perspektive des IPCC und durch Umwelt- und Klimaschutzorganisationen wie Germanwatch, Oxfam oder Greenpeace geprägt wird. Während die eine Seite von einer „Klimakatastrophe“ und einem drohenden „Klimakrieg“ spricht, wirft die andere den Forscher/innen „Klimahysterie“ oder „Klimaschwindel“ vor (cf. Tereick 2013, Krebs 2014). Beide Seiten konfrontieren sich mit Forschungsergebnissen, Modellen, Interpretationen und Prognosen, die in einer Art „Expertenkrieg“ von den jeweiligen Gewährsleuten in den Mediendiskurs eingebracht werden. Dabei handelt es sich nicht um Fakten, sondern um Computerberechnungen, um Klimamodelle oder Klimasimulationen, was allerdings oft nicht transparent gemacht wird (cf. Klemm 2011a). Nicht nur die Zuschauer/innen, auch die Journalist/innen sind hier vor die unangenehme Aufgabe gestellt, mit Ungewissheiten adäquat umgehen zu müssen (cf. dazu Maurer 2011).

Im Folgenden möchte ich den Analysefokus auf die multimodale Konstruktion beziehungsweise auch De- und Rekonstruktion des Experten(tums) durch Wissenschaftler/innen und Journalist/innen in den Jahren 2007 bis 2009 richten und exemplarisch als Daten damalige Dokumentarfilme sowie Filmberichte in Politik- und Wissenschaftsmagazinen des öffentlich-rechtlichen deutschen Fernsehens heranziehen. Dieser Zeitraum ist insofern besonders interessant, als 2007 mit dem Vierten Sachstandsberichts des IPCC der politische Klimawandel-Diskurs einen spürbaren Schub erhielt, da die anthropogenen, also vom Menschen zu verantwortenden Ursachen der Globalen Erwärmung in den Mittelpunkt gerückt wurden. Zudem sorgte die Klimawandel-Dokumentation An Inconvenient Truth, die 2007 den Oscar für den besten Dokumentarfilm erhielt, für weltweite Aufmerksamkeit und (bis heute) heftige Kontroversen. Das IPCC und der US-Politiker Al Gore als Protagonist von Inconvenient Truth wurden mit dem Friedensnobelpreis 2007 ausgezeichnet. Auf den Sachstandsbericht des IPCC und den Dokumentarfilm An Inconvenient Truth nehmen die meisten der Filmberichte und Dokumentationen in diesem Zeitraum Bezug.10←187 | 188→

4) Fallanalysen: Die multimodale (De-)Konstruktion des Klimaexperten(tums) im Fernsehen

Zunächst möchte ich analysieren, wie die Filmemacher „ihre“ Experten „schaffen“, um danach zu zeigen, wie Experten der Gegenseite diskreditiert werden können.

4.1 Reputationsmanagement: Wie Experten konstruiert werden (können)

Als erstes Fallbeispiel dient der Filmbericht „Aufklärung statt Panikmache: Experten warnen vor Al Gore und den Klimahysterikern“ von Günter Ederer, der am 9. Juli 2007 im ARD-Politikmagazin „Report München“ ausgestrahlt wurde. Dieser Filmbericht wurde heftig kritisiert (vor allem von NGOs wie Lobbycontrol und Germanwatch) und wird bis heute diskutiert,11 er gilt als einer der wenigen Berichte im öffentlich-rechtlichen deutschen Fernsehen, der die Position der „Klimaskeptiker“ einnimmt. Auch hier finden wir typische Inszenierungsressourcen, um jene Experten, die die Botschaft des Beitrags stützen, positiv zu präsentieren. Dazu gehören u. a. symbolische Auftritte: der Münchner Zoologe Josef Reichholf geht eine Wendeltreppe hinauf (und nicht etwa hinunter), der – Zitat – „Hauptkritiker der Klimakatastrophenszenarien“, Prof. Frederic Singer, wird vor einer prestigehaltigen Institution wie dem Europa-Parlament gezeigt, zudem in seiner Rolle als geladener Gastredner. Hinzu treten explizite verbale Kategorisierungen: Reichholf wird als „der weit über Deutschland hinaus geachtete Wissenschaftler, der an beiden Münchner Universitäten lehrt“ vorgestellt, bei Singer werden Titel und Funktionen als Nachweis von Reputation und Autorität aufgezählt: „einige seiner wissenschaftlichen Positionen: Dekan der Umweltwissenschaften der Universität Virginia, erster Direktor des Nationalen US-Wettersatelliten-Services, Chef-Wissenschaftler amerikanischer Ministerien und Sachverständiger des Kongresses“ – nicht unbedingt Ausweise von Sachkompetenz als Kli←188 | 189→maforscher, im Detail nebulös (was ist ein „Chef-Wissenschaftler“?), im Stakkato aber respektheischend. Ergänzt wird das Reputationsmanagement durch untadelige Auftraggeber: „In Brüssel spricht er vor britischen Abgeordneten. Er kommt gerade von einem Treffen mit der niederländischen Regierung. Im April war er vom Vatikan in Rom als Sachverständiger geladen.“ Was man hingegen nicht erfährt ist, dass sich Singer bei der Einschätzung von FCKW als für die Ozonschicht gefährlichem Gas kräftig irrte und für frühere Studien von der Zigarettenindustrie und dem Öl-Konzern Exxon bezahlt wurde.

Ähnlich positiv-einseitig, nur mit anderen Inszenierungsressourcen und aus der Mehrheitsperspektive pro Klimaforscher, werden die „eigenen“ Experten im zweiten Fallbeispiel, dem „nano-Spezial Klimawandel“ vom 22. November 2007 in 3sat präsentiert, bei dem der Kieler Klimaforscher Mojib Latif im Fokus steht.12 Hier erfolgt bereits im Vorspann der Sendung ein erstes verbales Framing über positive Schlagwörter wie „ein Blick in die Zukunft“ (wobei Latif nebst Mitarbeiter zu sehen ist), wieder aufgegriffen im Einstiegskommentar zum Filmbeitrag mit Fahnenwörtern wie Superrechner, System, Modell oder hochkomplex. Die gesamte verbale Rahmung betont die Wissenschaftlichkeit und Vertrauenswürdigkeit der naturwissenschaftlichen Forschung, trotz des (als Paradoxon?) zugestandenen „chaotischen Systems Klima“: „Solche Klimamodelle basieren auf Physik – auf den Erhaltungssätzen für Impuls und Energie.“ Hinzu treten positiv wertende Einschätzungen aus dem Off, welche eine (nicht einmal annähernd gegebene) Faktizität der Modelle und Prognosen suggerieren: „Wie Forscher 100 Jahre Klima vorhersagen“. Kritischen Einwänden wird der Wind aus den Segeln genommen: „Die Szenarien sind keine Glaubensfrage, sondern Ergebnis wissenschaftlicher Berechnungen. Und die basieren auf Naturgesetzen, die in der Wissenschaftsgeschichte immer wieder überprüft und bestätigt wurden.“ Diese erstaunlich fundamentalistische und wissenschaftsgläubige Position in einem wie erwähnt kontroversen Diskurs um Prognosen (nicht Messwerte und Fakten) wird gestützt durch das proso←189 | 190→dische Framing der Off-Sprecherin: Sie spricht langsam, mit ruhiger Stimme, betont insbesondere Schlüsselwörter wie Physik und Naturgesetze – an der Faktizität der Forschungsergebnisse wird kein Zweifel gelassen.

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Abb. 1: Standbilder von links nach rechts: 1) Vorausgreifendes Framing des Experten mit dem Fahnenwort „Zukunft“, technischem Setting und Computergrafiken mit der Signalfarbe Rot 2) Macht der Technik: Superrechner aus der Untersicht; 3) Kommunikation und Zeigegesten: Der Experte in der Chefrolle

Ergänzt wird diese Wissenschaftsinszenierung durch visuelles Framing (dazu grundlegend Geise / Lobinger 2013): Präsentiert wird ein modernes technisches Setting (Großrechner, ein Büro mit mehreren Bildschirmen), wir sehen angeregt diskutierende Wissenschaftler vor Computern, die Grafiken (Messdaten, Projektionen) und Animationen (mit der Signalfarbe Rot = wichtig und gefährlich) analysieren. Die Kameraführung betont zum einen die Macht der Geräte (Großrechner aus der Untersicht), zum anderen die Interaktion der Forscher (Nahaufnahmen einer prototypischen „Bei-der-Arbeit-Simulation“: dem ernsthaften, engagierten und fokussierten Gespräch unter Wissenschaftlern über Daten).

Durch diese multimodalen Präsentationsmuster gerahmt, kann Latif seine (Selbst-)Inszenierung als Experte für Klimaprognosen entfalten:←190 | 191→

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Latif verwendet (nicht unbedingt nötige) Fach- beziehungsweise Fremdwörter wie approximativ, Parameter und simultan, mehrere (schwer überprüfbare, aber beeindruckende) Zahlen (z. B. „seit 650.000 Jahren“), mehrfach das Schlüsseladverb sicher in Kombination mit dem Schlüsselverb wissen. Syntaktisch erhält sein Statement Struktur und Prägnanz durch Parallelismen („Was wir heute (sicher) wissen / sagen können …“), rhetorisch durch ein abschließendes Superlativ („einmalig in der Geschichte der Menschheit“). Typisch für wissenschaftliche Expert/innen sind andererseits Vagheitsmarkierungen und Konditionalkonstruktionen („Wir können nur Szenarien rechnen […] Zukünfte annehmen“ oder „wenn wir so weitermachen wie bisher“), die dem Nicht-Eintreffen der Prognosen vorbeugen. Der Sprechstil ist durch überdeutliche Artikulation und nachdrückliche Betonung gekennzeichnet, was möglicherweise ebenso wie der feste Blick zum Interviewer zweifelsfreies Wissen und expertische Souveränität ausdrücken soll.

Nonverbal fällt eine für Expert/innen eher untypisch lebendige Mimik auf, vor allem aber in den Filmabschnitten zwischen den Interviewpassagen Gesten des Zeigens und Erläuterns gegenüber seinem Mitarbeiter, was die←191 | 192→ Chefrolle von Latif unterstreicht. Abgerundet wird die Fremd- und Selbstinszenierung als kompetenter und glaubwürdiger Experte durch seriöse Kleidung (brauner Anzug und Krawatte) sowie das Setting, in dem sich Latif interviewen lässt: ein abgedunkeltes Büro in ruhigen dunklen Farben, das durch die Rechner und die präsentierten Grafiken Modernität und Wissenschaftlichkeit ausstrahlt. Diese Auflistung zeigt exemplarisch, wie komplex das Doing being beziehungsweise Doing presenting an expert als Zusammenspiel verschiedenster Zeichensysteme sein kann.

4.2 Diskreditierungstechniken: Wie Personen disqualifiziert werden (können)

Expert/innen werden aber mit audiovisuellen Mitteln nicht nur in ihrer Rolle bestätigt oder aufgebaut, sie können auch in Zweifel gezogen, also dekonstruiert werden, wodurch auch die artikulierten Meinungen und Wissen delegitimiert werden. Vor allem in längeren Dokumentationen zum Klimawandel werden Positionen beider Lager oft in scharfer Abgrenzung zueinander präsentiert, die Vertreter der jeweiligen Gegenposition zur Filmbotschaft in kritischer bis diskreditierender Manier. Typisch ist die verbale Entwertung von Kritik der „Gegenseite“ durch (behauptete) Faktizität, so im erwähnten „nano-Spezial Klimawandel“:

„Die Argumentationen der Klimaskeptiker bieten eine breite Palette von Gegendarstellungen zu den wissenschaftlichen Fakten. Und dabei geht es nicht immer fair zu. […] Zunehmend verlieren die Fachleute die Lust, auf jene immer wieder gleichen Behauptungen zu reagieren. Zumal es meist nicht um Wissenschaft, sondern um wirtschaftliche Interessen geht. Als Opfer im Scheingefecht bleibt schlussendlich der Laie zurück.“

Hier wird im Off-Text eine klare Front gezogen zwischen interessegeleiteten und unfairen „Klimaskeptikern“ und hehren, an der Wahrheit interessierten und auf Fakten fußenden „Fachleuten“. Diese werden beim Studieren von Fachbüchern mit zahlreichen Grafiken gezeigt (eine hochgradig inszenierte Simulation von „Forschungstätigkeit“) oder argumentieren fachsprachlich, zum Beispiel mit der „Isotopensignatur fossiler Brennstoffe“. Zentrales Framing: Die von wirtschaftlichen Interessen getriebenen Einwände der unwissenschaftlichen Klimaskeptiker begründen keine echte Kontroverse, sondern nur ein „Scheingefecht“ auf Kosten der „Laien“, sie behindern somit den Mediendiskurs um den Klimawandel. So werden die ausgewähl←192 | 193→ten Klimaforscher als Experten legitimiert und zugleich die Vertreter von Gegenargumenten pauschal diskreditiert.

Noch deutlicher und multimodal komplexer wird die Dekonstruktion von Akteuren der Gegenseite in der dreiteiligen BBC-Dokumentation „Der Klimakrieg“, die 2009 auf Phoenix ausgestrahlt wurde und die Geschichte des Klimawandeldiskurses nachzeichnet. Insbesondere im zweiten Teil mit dem ebenso pathetischen wie symptomatischen Titel „Kampf um die Wahrheit“ werden die Klimaskeptiker mit differenzierten audiovisuellen Mitteln unglaubwürdig gemacht. Unter anderem werden mit leicht ironischem Off-Kommentar Bilder von einer Tagung gezeigt: „Dies ist eine Konferenz besonders engagierter Klimaskeptiker. Sie hat das Ziel, die Bedrohung durch die Erderwärmung grundsätzlich in Frage zu stellen.“ Zunächst werden die Redner im Halbdunkel und aus weiter Entfernung gezeigt, zudem anonym, da sie nicht mit Inserts benannt werden. Kein Klimaskeptiker kommt – im Gegensatz zu den Klimaforschern in der BBC-Dokumentation – in einem Interview zu Wort. Im Stile einer Reportage mit versteckter Kamera wird so eine obskure und nicht ernst zu nehmende Veranstaltung inszeniert, die im Gesamtkontext der Dokumentation gegen die ausführlichen Interviews mit Klimaforschern gestellt wird, die mittels der oben skizzierten Reputationstechniken zu glaubwürdigen Experten stilisiert werden.

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Abb. 2: Dekonstruktion von Experten, Standbilder von links nach rechts: 1) im Dunkel, von weitem, anonym; 2) Der Sprecher als Fratze; 3) Schlagwörter auf Dokumenten oder Websites; 4) Abstürzender Gletscher als visuelle Konterkarierung

Anschließend werden Archivaufnahmen kurzer Statements von diversen nicht namentlich gekennzeichneten Kritikern gezeigt. Man sieht dabei deren sprechende Münder in Großaufnahme, als verpixelte und verzerrte Wackelbilder, geradezu als Fratzen. Die Zitate werden in schnellen Schnitten mit abgefilmten Dokumenten abgewechselt, in denen via Zeitraffer oder Zeitlupe Schlagwörter wie „Don’t believe“, „Apokalypse? No!“ oder „Global Warming Hoax“ hervorgehoben werden. Die isolierten Aussagen der←193 | 194→ Klimaskeptiker (z. B. „Es wird immer irgendein Weltuntergangsszenario diskutiert und der Klimawandel ist wohl nur ein weiteres.“) werden durch die fratzenhafte Vergrößerung ihrer Münder konterkariert und vom Off-Sprecher kommentiert mit „Seit mehr als zwei Jahrzehnten bezweifeln Klimaskeptiker sämtliche Forschungsergebnisse“. Die Absolutheitsformulierung „sämtliche“ entlarvt die zu einer diffusen Gruppe zusammengefassten Klimaforschungskritiker als notorische Stänkerer gegen – wissenschaftlich fundierte – „Forschungsergebnisse“. Unterlegt wird die schnelle Montage von Sprechern, Mündern und Dokumenten mit dynamischer Musik, die in einem klassischen Chorgesang aus der Carmina Burana von Carl Orff kulminiert, als unvermittelt ein mächtiger „kalbender“ Gletscher im Bild gezeigt wird. Der Sprecher kommentiert aber nicht diese Naturaufnahmen, sondern postuliert: „Doch ihre wichtigste Strategie war zu behaupten, dass es gar nicht wärmer wird.“ Die dramatischen Bilder der mit einem Donnern zusammenstürzenden Eismassen (eines der zentralen Visiotype und Narrative im Klimawandel-Diskurs)13 fungieren quasi als demonstratio ad oculos, als visuelle Evidenz für die Faktizität der Erderwärmung und entlarven somit ex negativo und in transkriptiver Logik (cf. Holly 2007) über eine konstruierte Text-Bild-Schere und noch verstärkt durch emotionalisierenden Chorgesang die angeblich wichtigste Strategie der Gegenseite als kapitalen Irrtum oder gar Lüge. Auch prosodisch werden Kontraste aufgebaut: Eine markante beglaubigende Kommentator-Off-Stimme mit stellenweise ironischen Untertönen trifft auf die leicht hektische Übersetzung der zusammenhanglos präsentierten Behauptungen der Gegenseite.

Diese Sequenz zeigt exemplarisch für viele Dokumentationen zum Klimawandel, welchen Aufwand Filmemacher/innen mitunter betreiben, um Vertreter/innen nicht-geteilter Positionen unter Nutzung diverser Zeichensysteme zu diskreditieren.

Anschließend folgen Archivaufnahmen der „guten“ Seite, der zahlreichen fleißigen und selbstlosen Wissenschaftler, die „mehr als ein Jahrhundert lang Temperaturdaten gesammelt“ haben. „Sie wurden in mühsamer Arbeit zu←194 | 195→sammengetragen. Tausende Freiwillige, die heute meist vergessen sind, waren daran beteiligt.“ Man sieht in rascher Montage Aufzeichnungstechnik, Computerausdrucke und handschriftliche Eintragungen, exakt messende und Daten auswertende Forscher aus aller Welt, unterlegt von quirliger Synthesizer-Musik – erneut eine erstaunlich unkritische Reproduktion des Topos von der interessenlosen, objektiven und letztlich nicht zu kritisierenden Naturwissenschaft als Fabrikation von Wahrheit mit untadeligen Wissenschaftler/innen als Protagonisten.14

In Sprache, Bild und Ton werden somit Schwarz-Weiß-Szenarien konstruiert, aus denen eine eindeutige Positionierung der Macher abzuleiten ist. Eine identifizierbare Experten-Elite der Klimaforschung wird gegen anonyme, antiquierte und interessengesteuerte Ignoranten in den heroischen „Kampf um die Wahrheit“ (im Singular, versteht sich) auf einem für die Menschheit überlebenswichtigen Feld geschickt. Zweifel an dieser Mission sind fehl am Platz, die eigenen Experten werden überhöht und nicht hinterfragt.

Dieser Mechanismus greift mit umgekehrten Vorzeichen ebenso auf der Seite der Klimaskeptiker. Hierzu soll abschließend auf einen weiteren Filmbericht von Günter Ederer für Report München eingegangen werden, der mit dem Titel „Denkverbote für Klimaforscher – Der Weltklimarat und seine unbequemen Kritiker“ am 21. Mai 2007 ausgestrahlt wurde und insbesondere kritisch mit dem IPCC als führender Klimaforschungsinstitution ins Gericht geht:

„Die angeblich weltbesten Forscher sollen eigentlich den neuesten wissenschaftlichen Stand des Klimawandels zusammentragen. Doch immer wieder müssen die handverlesenen Autoren ihre eigenen Schreckensszenarien relativieren.“

Auch hier ist die Ironie unverkennbar, markiert durch Attribute wie „angeblich weltbesten“ oder „handverlesen“, zudem werden die Prognosen hier als „Schreckensszenarien“ bezeichnet. Der in der BBC-Dokumentation erhobene Vorwurf immer gleicher Einwände auf Seiten der Klimaleugner wird hier mit der These gekontert, dass die Forscher ihre Vorhersagen „immer←195 | 196→ wieder relativieren“ müssten. Im Bild sieht man in rascher Abfolge einen hektisch vorbeilaufenden Konferenzteilnehmer, eine Person, die im IPCC-Report blättert, verschiedene mit Donnern unterlegte Blitze und – auch hier – herabstürzende Eismassen, bevor eine animierte Grafik zeigt, wie der Wasserspiegel steigt und Industrieanlagen überflutet – alles Archivbilder unbekannter Herkunft und vager Semantik, die für den Zuschauer kaum zuzuordnen sind.

Zentrales Framing des Beitrags ist es, eine Verschwörung des IPCC gegen missliebige Experten zu belegen. So wird der dänische Statistik-Professor Björn Lomborg als eine Art geläuterter beziehungsweise konvertierter Klima-Aktivist vorgestellt: „Je länger er forschte, umso weniger blieb von dem Katastrophenszenario übrig.“ Zugleich wird seine Reputation hervorgehoben, um die vermeintlich manipulative Strategie des Weltklimarats zu entlarven: „Lomborg wurde zu den 100 wichtigsten Persönlichkeiten des Time-Magazin gezählt. Doch die UNO-Weltklimaorganisation übersieht ihn.“

4.3 Rehabilitationsbemühungen: Re-Konstruktion des Experten

Bei Lomborg findet sozusagen eine Re-Konstruktion eines Experten statt, denn er wird als Protagonist der zumindest im deutschen Diskurs geächteten Klimaskeptiker gerade über sein wissenschaftlichen Ethos „rehabilitiert“ und zitiert mit: „Aber wenn die objektiven Daten das Gegenteil beweisen, dann müssen wir uns danach richten.“ Vorgebliche Objektivität auf Seiten der Klimaskeptiker trifft hier somit auf die vorgebliche Ignoranz der Ton angebenden Klimaforscher – die Vorzeichen sind vertauscht. Dass es keinen ‚objektiven‘, sondern immer nur einen interpretativen Zugang zu Forschungsergebnissen geben kann, wird dabei von beiden Lagern und in allen untersuchten Dokumentationen konsequent ausgeblendet.

Als weiterer angeblich totgeschwiegener Experte und Opfer des IPCC wird der niederländische Wirtschaftswissenschaftler Richard Tol präsentiert, der angeblich nach Irland gehen musste, um „unabhängig“ forschen zu können:

„Auch Professor Richard Tol sieht sich vom Weltklimarat ausgegrenzt. Dabei war er offizieller Autor des IPCC – bis er über das Katastrophenszenario Bedenken äußerte. Laut einer der größten wissenschaftlichen Datenbanken hat Richard Tol viel mehr wissenschaftliche Publikationen vorzuweisen und wird in der Fachwelt←196 | 197→ viel öfter zitiert als einige Kollegen, die heute in der IPCC den Ton angeben. Wir treffen ihn in Irland, wo er unabhängig forschen kann.“

Hier werden die Experten somit weniger aufgrund spezieller Erkenntnisse, denn ihrer Rolle im Streit um die Deutungshoheit in der Klimaforschung in Szene gesetzt, quasi nach der impliziten Argumentation: „Eine Institution, die missliebige Experten ausgrenzt, kann nicht Recht haben.“ Weder Lomborg noch Tol sind Klimaforscher im engeren Sinne, sie sollen aber mit ihrer wissenschaftlichen Reputation die Klimaskeptiker als partes pro toto rehabilitieren und zugleich die Verlautbarungen des IPCC als politisch motiviert oder zumindest nicht unabhängig diskreditieren. Auch hier greifen die antagonistischen Verfahren des einseitig positiven Reputationsmanagements des eigenen Experten versus der anonymen wie diffusen Expertenherabsetzung auf der Gegenseite („einige Kollegen, die heute in der IPCC den Ton angeben“).

4.4. Die Folge der Experten(de)konstruktion: „Clash of experts“

Somit kommt es insgesamt neben der Überhöhung der eigenen Expert/innen zu einer wechselseitigen Expertendekonstruktion und Intrigenkonstruktion. Beiträge, die Erkenntnisse und Folgerungen der Mainstream-Klimaforschung nicht in Frage stellen, greifen die ignorante und unwissenschaftliche Wirtschaftslobby-Arbeit von selbst ernannten, aber irrelevanten Expert/innen an. Beiträge, die dem IPCC kritisch gegenüber stehen, konstruieren den Verschwörungsmythos vom Totschweigen kompetenter Außenseiter und der Ignoranz der Ökolobby. Und so stehen in einem „Clash of experts“ in einem scheinbar nicht zu überwindenden Bias die „Forscher/innen“ (= Klimatolog/innen) den unwissenschaftlichen „Klimaskeptiker/innen“ gegenüber oder aber aus dem anderen Blickwinkel renommierte, aber totgeschwiegene Wissenschaftler/innen den politisch motivierten „Klimahysteriker/innen“. Eine undifferenzierte und für die Zuschauer unproduktive Frontstellung in einem zentralen, komplexen und strittigen Diskurs in Wissenschaft, Politik und Medien, die wesentlich über die hier skizzierten multimodalen (De-)Konstruktionsverfahren von Expertenschaft hervorgerufen und zementiert wird.←197 | 198→

5) Schluss

Eine Befragungsstudie von Post (2009) hat gezeigt, dass unter Klimaforscher/innen Unzufriedenheit mit der massenmedialen Berichterstattung herrscht, die man aufgrund der hier vorgelegten Analysen nachvollziehen kann. Zugleich nehmen die Wissenschaftler/innen aber, insbesondere die „Leitexpert/innen“ der jeweiligen Seite, einen willigen Part in diesem antagonistischen Experten-Spiel ein und profitieren letztlich – auch im Hinblick auf die eigene Popularität auf dem Expertenkarussell. Sie unterliegen dabei denselben Mechanismen wie der massenmediale Klimawandel-Diskurs insgesamt: Der Klimawandel wird multimodal inszeniert und dramatisiert (cf. Klemm 2011a), er wird gar zur „größten Herausforderung der Menschheitsgeschichte“ (so die BBC-Dokumentation) stilisiert. Die nach wie vor vorhandene Unsicherheit, Prozesshaftigkeit und sachliche Kontroverse des wissenschaftlichen Diskurses gehen in der skizzierten Schwarz-Weiß-Malerei des „Mein Experte/dein Experte-Spiels“ verloren, zumal wenn Expert/innen in einer auf Rationalität gründenden, hochspezialisierten „Kompetenzgesellschaft“ nur noch durch andere Expert/innen kritisierbar und kontrollierbar sind.

Klimawandel ist ein derart komplexes und langfristiges Phänomen, dass es zweifelsfrei gesicherte Erkenntnisse oder gar Prognosen nicht geben kann, so dass Wissen im engeren Sinne – als Faktum, Gewissheit oder Wahrheit – (noch) nicht existiert. Wenn auf Forschungsdaten basierende Annahmen von Wissenschaftlern dennoch als unzweifelhaftes Wissen deklariert und fernsehgerecht inszeniert werden (von den Experten selbst wie von den sie konsultierenden Journalisten oder Dokumentarfilmern), erzeugt dies (zu) hohe Erwartungen von Seiten der Laien, hier konkret der Fernsehzuschauer. Und wenn dann diese als Wissen deklarierten Erkenntnisse von der jeweiligen Gegenseite als falsch oder als vorsätzliche Täuschung diskreditiert werden, bleiben die Zuschauer womöglich ratlos zurück angesichts dieses unmoderierten „Clash of experts“. Klimawandel-Berichte hinterlassen auch deswegen oft eher einen diffusen Eindruck der Bedrohung als der sachlichen und differenzierten Information, die sich um die Offenlegung von Unsicherheiten oder Kontroversen bemüht. Die bislang typische multimodale Konstruktion und Dekonstruktion von Expert/innen und Ideologien trägt – wie der vorliegende Beitrag zu zeigen versucht hat – ihren Teil dazu bei. ←198 | 199→

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1 Grundlegend zur sozial- und kommunikationswissenschaftlichen Expertenforschung meist aus einer wissenssoziologischen Perspektive cf. z. B. Sprondel (1979), Hitzler / Honer / Maeder (1994), Schulz (1998), Hesse (1998), Pfadenhauer (2003), Bogner / Torgersen (2005), Stehr / Grundmann (2010), Nölleke (2013).

2 Auch Laien machen sich im Sinne von Sprondel (1979) selbst erst zu solchen, indem sie Experten konsultieren und deren Expertise akzeptieren.

3 Dazu auch Littig (2008: 4): „Letztlich kann als Experte bzw. Expertin jede Person angesehen werden, die einen privilegierten Zugang zu Wissen über bestimmte Personengruppen oder Entscheidungsprozesse hat und Verantwortung dafür trägt.“

4 Zur mit der Rolle von beruflichen Expert/innen zusammenhängenden „Ideologie des Professionalismus“ (Gouldner 1980: 198) und den Strategien einer „Professionspolitik“ (Hitzler 1994: 15), um Kompetenz- und Machtansprüche zu stabilisieren cf. z. B. Pfadenhauer (2003). Dazu gehören etwa das Binden von Tätigkeiten und Kompetenzen an definierte Berufs- oder Personengruppen, das Erheben von Qualifizierungsstandards für „legitimierte“ Expert/innen, formale Kriterien für die Zugehörigkeit zur Expertengruppe und nicht zuletzt die Selbstinszenierung der professionellen Expert/innen als Repräsentanten des Gemeinwohls, auch indem Standesinteressen als Gemeinwohl deklariert werden.

5 Während Experten-Laien-Interaktionen in der Angewandten Gesprächsforschung vielfach untersucht wurden, sind Analysen zu audiovisuellen Konstruktionsprozessen von Expertenschaft bislang selten (cf. z. B. Honer 1994 und Klemm 2011a sowie 2015).

6 Grundlegend zu Theorie und Methode(n) der multimodalen Text- und Diskursanalyse cf. z. B. Kress / van Leeuwen (1996), Stöckl (2004), Holly (2007), Diekmannshenke / Klemm / Stöckl (2011), Klemm (2011b), Schneider / Stöckl (2011), Meier (2011).

7 Zur sozialsemiotischen Interpretation von Bildperspektiven wie Unter- oder Aufsicht cf. z. B. Kress / van Leeuwen (1996), van Leeuwen (2001), Klemm / Trierweiler (2013).

8 Der massenmediale Diskurs um den Klimawandel wird z. B. analysiert in Weingart / Engels / Pansegrau (2007), Reisigl / Wodak (2009), Eide / Kunelius / Kumpu (2010), Voss (2010), Arlt / Hoppe / Wolling (2010), Boykoff (2011), Giddens (2011), Welzer / Soeffner / Giesecke (2012), Neverla / Schäfer (2012).

9 Einfluss auf das Klima und die global gemittelte Temperatur haben offenbar neben den Treibhausgasen wie Kohlendioxid oder Methan und Luftpartikeln (Aerosolen) zum Beispiel auch die schwankende Sonneneinstrahlung, Veränderungen der Erdumlaufbahn, die Rodung von Wäldern, der Verbrauch von fossilen Energieträgern, die Viehwirtschaft, Vulkanaktivitäten, Meeresströme und die Wasserverdampfung über den Ozeanen.

10 Bei den Filmproduzenten wie bei den zu Wort kommenden Experten handelt es sich ausschließlich um Männer, so dass bei der folgenden Analyse auf Doppelformen verzichtet werden kann.

11 Besonders heftig und langwierig tobt der Streit zwischen „Klimaschützer/innen“ und „Klimaskeptiker/innen“ auf YouTube (cf. dazu Tereick 2013; Krebs 2014), wobei die einzelnen Filmbeiträge oft nur den Impuls für Grundsatzdiskussionen geben.

12 Latif kann neben dem Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Hans-Joachim Schellnhuber, und dem Ozeanographen Stefan Rahmstorf (ebenfalls PIK) als einer der Leitexperten im deutschen Klimawandel-Diskurs mit hoher Medienpräsenz betrachtet werden.

13 Allgemein zu Narrativen im Klimawandeldiskurs cf. Viehöver (2003), zu Visiotypen Grittmann (2012). Zur Hervorbringung eines weiteren typischen Visiotyps und Narrativs, des Eisbären als vermeintlichem Opfer des Klimawandels, cf. Passoth (2010).

14 Zur naturwissenschaftlichen „Fabrikation der Erkenntnis“ im Spannungsfeld von Vorgaben, Interessen und Technikgrenzen cf. aus einer wissenschaftssoziologischen Sicht schon Knorr-Cetina (1984) und Latour / Woolgar (1979), grundlegend Weingart (2003).