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Kinder- und Jugendliteraturforschung 2013/2014

Herausgegeben von Bernd Dolle-Weinkauff, Hans-Heino Ewers und Carola Pohlmann

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Bernd Dolle-Weinkauff, Hans-Heino Ewers and Carola Pohlmann

Die zwanzigste Folge des Jahrbuchs im Gedenkjahr 2014 bietet Beiträge zur deutschen und zur französischen Kinder- und Jugendliteratur des 1. Weltkriegs von Hans-Heino Ewers und Jana Mikota sowie in Übersetzung einen Auszug aus der wegweisenden Studie La guerre des enfants 1914-1918 des französischen Historikers Stéphane Audoin-Rouzeau. Mit Ramona Herz konnte eine Romanistin gewonnen werden, die eine Spezialistin für das Werk der Autorin Jeanne-Marie Leprince de Beaumont ist. Den Forschungsbericht über die Pixi-Bücher haben zwei Buchwissenschaftlerinnen verfasst. Den Kreis der Beiträger schließen ein Germanist aus Irland mit einer Untersuchung zu den Märchen Wilhelm Matthießens, eine baskische Übersetzungswissenschaftlerin sowie eine Wiener und eine Moskauer Germanistin.
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„Ihre Werke sind in jedermanns Händen“ Marie Leprince de Beaumont und ihre Rezeption in Deutschland

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← 24 | 25 →Ramona Herz (Augsburg / Nancy)

Die einzige deutschsprachige Studie zur Rezeption der Werke von Marie Leprince de Beaumont im deutschsprachigen Raum wurde 1989 von Barbara Kaltz in der Romanistischen Zeitschrift für Literaturgeschichte veröffentlicht.2 Das Forschungsinteresse am Gesamtwerk der katholischen Pädagogin ist seither deutlich gewachsen – vornehmlich innerhalb der romanistischen Aufklärungsforschung. Es bietet sich auch eine detaillierte Untersuchung innerhalb der Germanistik an. Die vorliegende Studie umreißt den aktuellen Stand der Forschungen zur Biographie von Marie Leprince de Beaumont, geht auf deren Rezeption im protestantischen Deutschland ein und soll ausdrücklich als Ergänzung zur Kaltzschen Studie von 1989 verstanden werden.

Marie Leprince de Beaumonts Lebenslauf ist von zahlreichen Paradoxa und Leerstellen gezeichnet. Bis heute verliert sich oft über Jahre hinweg jegliche Spur der Erzieherin, die zwar in Frankreich geboren ist, ihr Leben aber größtenteils außerhalb des damaligen französischen Herrschaftsgebiets, in Lothringen, England und Savoyen, verbracht hat.3

Marie Leprince wird am 26. April 1711 in Rouen geboren und am folgenden Tag in Notre-Dame de la Ronde auf den Namen Marie-Barbe Leprince getauft.4 Sie wächst in einer kinderreichen Familie auf, aus der unter anderem der berühmte Maler Jean-Baptiste Leprince hervorgehen wird.5 Ihr Vater Jean-Baptiste-Nicolas Leprince ist ← 25 | 26 →Skulpteur und in mehreren Kirchen Rouens tätig, ihre Mutter Barbe Plantart6 eine kränkliche Frau, stirbt bereits als Marie Leprince zwölf Jahre alt ist.7 Über die Kindheit der Französin ist weiter wenig bekannt.

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