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Kinder- und Jugendliteraturforschung 2013/2014

Herausgegeben von Bernd Dolle-Weinkauff, Hans-Heino Ewers und Carola Pohlmann

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Edited By Bernd Dolle-Weinkauff, Hans-Heino Ewers and Carola Pohlmann

Die zwanzigste Folge des Jahrbuchs im Gedenkjahr 2014 bietet Beiträge zur deutschen und zur französischen Kinder- und Jugendliteratur des 1. Weltkriegs von Hans-Heino Ewers und Jana Mikota sowie in Übersetzung einen Auszug aus der wegweisenden Studie La guerre des enfants 1914-1918 des französischen Historikers Stéphane Audoin-Rouzeau. Mit Ramona Herz konnte eine Romanistin gewonnen werden, die eine Spezialistin für das Werk der Autorin Jeanne-Marie Leprince de Beaumont ist. Den Forschungsbericht über die Pixi-Bücher haben zwei Buchwissenschaftlerinnen verfasst. Den Kreis der Beiträger schließen ein Germanist aus Irland mit einer Untersuchung zu den Märchen Wilhelm Matthießens, eine baskische Übersetzungswissenschaftlerin sowie eine Wiener und eine Moskauer Germanistin.
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Das Kind als Held

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← 58 | 59 →Stéphane Audoin-Rouzeau (Paris)

In seinem Roman Guerre de 1914. Un coin de province à l’avant. Jean-Louis, le petit Français (Mancey 1916) beschreibt Claude Mancey einen zehnjährigen Jungen und dessen zwei jüngere Schwestern. Im Unterschied zu seinen Eltern ist Jean-Louis am Vorabend des Krieges das einzige Familienmitglied, das die Bedrohlichkeit der internationalen Situation klar erkennt. Er glaubt an die Unausweichlichkeit des Krieges. Als der alleinige wirkliche Patriot in der Familie ist er auch der einzige, der sich über die Kriegserklärung freut:

Endlich!… Endlich!… Jean-Louis hätte bei diesem Gedanken gern Kummer empfunden; denn der Krieg war nach Auskunft seiner Mutter etwas unendlich Grausames und Trauriges. In Wirklichkeit aber fühlt das Kind ganz anders. Der Junge findet es ganz normal, daß die Männer sich da untereinander ein paar ordentliche Schläge versetzen, sobald es darum geht, das Vaterland zu verteidigen. So empfindet er ungewollt eine Art Triumph bei der Feststellung, daß er sich nicht getäuscht hat. […] Mit erregter Stimme wiederholt er sich: ‚Der Krieg beginnt!… Der Krieg beginnt!…’ […] Und es kommt dem kleinen Jungen vor, als ob der Krieg, diese grausame und traurige Sache, wie seine Mama meint, auch ein bißchen seine Sache wäre. (Ebd. 18f.)

Später kommt es zu einem Dialog zwischen Vater und Sohn, der Jean-Louis als potentiellen Helden zeigt:

Papa, nimm’ mich mit!

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