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Kinder- und Jugendliteraturforschung 2013/2014

Herausgegeben von Bernd Dolle-Weinkauff, Hans-Heino Ewers und Carola Pohlmann

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Bernd Dolle-Weinkauff, Hans-Heino Ewers and Carola Pohlmann

Die zwanzigste Folge des Jahrbuchs im Gedenkjahr 2014 bietet Beiträge zur deutschen und zur französischen Kinder- und Jugendliteratur des 1. Weltkriegs von Hans-Heino Ewers und Jana Mikota sowie in Übersetzung einen Auszug aus der wegweisenden Studie La guerre des enfants 1914-1918 des französischen Historikers Stéphane Audoin-Rouzeau. Mit Ramona Herz konnte eine Romanistin gewonnen werden, die eine Spezialistin für das Werk der Autorin Jeanne-Marie Leprince de Beaumont ist. Den Forschungsbericht über die Pixi-Bücher haben zwei Buchwissenschaftlerinnen verfasst. Den Kreis der Beiträger schließen ein Germanist aus Irland mit einer Untersuchung zu den Märchen Wilhelm Matthießens, eine baskische Übersetzungswissenschaftlerin sowie eine Wiener und eine Moskauer Germanistin.
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Wie Mädchen den Weltkrieg erleben. Anmerkungen zu Mädchenromanen aus den Kriegsjahren 1915/16

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← 78 | 79 →Jana Mikota (Siegen)

In Marie von Felsenecks Mädchenroman Landwehrmanns Einzige (1915), der den Auftakt einer Trilogie bildet, sagt die Protagonistin zu ihrer Mutter:

Muttchen, ich bleibe ja auch bei euch, nur siehe, einen Beruf muß sich jedes Mädchen erwählen. Ich bin begeistert für den Beruf einer Schwester, und jeder andere Beruf würde mich tagsüber auch aus dem Hause führen. (Felseneck 1915, 88)

In diesem Beitrag soll es um die Mädchenliteratur zum 1. Weltkrieg und deren spezielle Funktion gehen. Im Mittelpunkt stehen neben Landwehrsmanns Einzige Thea vor Harbous Gold im Feuer (1916) sowie Nesthäkchen und der Weltkrieg (1916) von Else Ury, Romane also, die in den ersten Kriegsjahren publiziert wurden und die Kriegsbegeisterung einfangen.1 Die Heldinnen Röschen, Kathrin und Annemarie erleben den 1. Weltkrieg unterschiedlich. Vor allem der Roman von Harbou zeigt, wie Mädchen unmittelbar von Kriegshandlungen betroffen waren und evakuiert werden mussten. Alle drei Romane behandeln außerdem Themen wie Lebensmittelknappheit, schildern den Kriegsalltag und flechten dies in eine typische mädchenliterarische Handlung ein.

Gisela Wilkending begreift Mädchenliteratur als einen Diskurs über „weibliche Bestimmung“ und den „weiblichen Geschlechtscharakter“ (Wilkending 1994, 45). Mädchenliteratur greife Debatten um Bildung, Erziehung und Verhaltensmuster auf, die sich im Laufe der Zeit wandelten. Während des 1. Weltkriegs habe die Mädchenliteratur sich allerdings von den tradierten Mustern des Genres teilweise gelöst. Die Mädchenliteratur, die sich im ausgehenden 18. Jahrhundert herausbildete...

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