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Globalisierung, interkulturelle Kommunikation und Sprache

Akten des 44. Linguistischen Kolloquiums 2009 in Sofia

Series:

Edited By Maria Grozeva-Minkova and Boris Naimushin

Dieser Band umfasst 56 Beiträge in deutscher, englischer und französischer Sprache, die auf dem 44. Linguistischen Kolloquium im September 2009 an der Neuen Bulgarischen Universität in Sofia gehalten wurden. Vortragende aus Europa, Asien und Australien behandelten unter dem Thema Globalisierung, interkulturelle Kommunikation und Sprache die vielschichtigen Einflüsse der Globalisierung und der neuen Medien auf die Sprache aus unterschiedlichen Perspektiven. Fragestellungen der gegenseitigen Beziehungen zwischen Sprache und Politik, Sprache und Kultur, Sprache und Gesellschaft werden in Bezug auf die interkulturelle Kommunikation und die Entwicklungstendenzen der Sprache analysiert.
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‚Wir‘ oder ‚ich‘? Oder über Hedging in der deutschen Wissenschaftssprache

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Zur Bewertung der Qualität wissenschaftlicher Arbeit gelten Kriterien wie begriffliche Präzision, Eindeutigkeit der Begriffe, Zuverlässigkeit, Gültigkeit und Wahrheit der Aussagen, Subjektunabhängigkeit, Objektivität (Breuer/Reichertz 2001), um nur einige zu nennen, die ihren Niederschlag auch in der Wissenschaftssprache finden. Und zwar ganz berechtigt, denn die Wissenschaftssprache widerspiegelt die Spezifik des wissenschaftlichen Denkens und folgt den sich in der wissenschaftlichen Gemeinschaft etablierten Normen. Dabei kommen auch die für den wissenschaftlichen Diskurs charakteristischen Dialogizität, Hypothetizität und Toleranz zur Geltung, die durch spezifische Diskursstrategien realisiert werden. Dazu gehören auch die Hedging/Hecken-Strategien. Die aufgestellten Thesen und Argumente, Einwände und kritische Bemerkungen werden möglichst sachlich, subjektunabhängig und präzise formuliert. Ziel des Autors ist dabei, sich nicht in den Vordergrund sondern eher in den Hintergrund zu stellen, um dadurch seiner Achtung gegenüber der Scientific society Ausdruck zu geben. Wie die vielen monolingualen und kontrastiven Untersuchungen zeigen, dient zur Realisierung dieser Verhüllungsstrategien eine ganze Palette von sprachlichen Mitteln, deren Liste offen steht und immer länger wird. Dies lässt G. Graefen einwenden, dass ‚der Bereich des „hedging“ in der Wissenschaftskommunikation deutlich kleiner, als oft suggeriert wird‘ und nicht mit einer Einschränkung oder Abschwächung der assertiven Kraft der Aussage zu verbinden sei, sondern eher ‚eine Demonstration von bescheidener Zurückhaltung des Autors‘ (Grafen 2007). Es wäre hier einzuwenden, dass diese bescheidene Zurückhaltung sowohl Unsicherheit, Indirektheit, aber auch Höflichkeit im Sinne von...

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