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Globalisierung, interkulturelle Kommunikation und Sprache

Akten des 44. Linguistischen Kolloquiums 2009 in Sofia

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Edited By Maria Grozeva-Minkova and Boris Naimushin

Dieser Band umfasst 56 Beiträge in deutscher, englischer und französischer Sprache, die auf dem 44. Linguistischen Kolloquium im September 2009 an der Neuen Bulgarischen Universität in Sofia gehalten wurden. Vortragende aus Europa, Asien und Australien behandelten unter dem Thema Globalisierung, interkulturelle Kommunikation und Sprache die vielschichtigen Einflüsse der Globalisierung und der neuen Medien auf die Sprache aus unterschiedlichen Perspektiven. Fragestellungen der gegenseitigen Beziehungen zwischen Sprache und Politik, Sprache und Kultur, Sprache und Gesellschaft werden in Bezug auf die interkulturelle Kommunikation und die Entwicklungstendenzen der Sprache analysiert.
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Zum Begriff „Mehrdeutigkeit“

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← 362 | 363 → Tanja Škerlavaj (Ljubljana)

Heutzutage stoßen wir sowohl in literarischen Texten als auch in Alltagstexten zunehmend auf „die Verfahren des Überhöhens durch Abweichung vom Üblichen“ (Fix 2001: 39), zu denen auf jeden Fall auch der Gebrauch der Mehrdeutigkeiten zählt. Das Lexem „Mehrdeutigkeit“ suggeriert schon selbst, dass etwas mehrere Bedeutungen hat. Da der Begriff „Bedeutung“ also beim Thema „Mehrdeutigkeit“ eine wichtige Rolle spielt, wird diesem eingangs meine Aufmerksamkeit gewidmet.

Der Begriff „Bedeutung“ selbst „ist mehrdeutig“ (Schwarz/Chur 1996: 15) und darüber bestehen sowohl in der Philosophie als auch in der Linguistik viele verschiedene Theorien und Auseinandersetzungen. Nach behavioristischen und strukturalistischen Konzeptionen, wo die Sprache messbar durch die Beobachtung ist und beobachtbar vor allem „die physikalisch und physiologisch erfassbaren Äußerungen, aber nicht Gefühle, Gedanken und Denkprozesse“ sind (Schippan 2002: 122), ist die Bedeutung „das Resultat des Reizes und der Reaktion“ (ibid.) und die Bedeutung als gedankliche Einheit ist ausgeschlossen.

Während sich im Strukturalismus um die Stimulus-Reaktion-Beziehung handelt, ist die Bedeutung eines Wortes nach Wittgenstein „sein Gebrauch“ (ibid., 124). In der Theorie, wo die Sprache nicht als Zeichensystem aufgefasst, sondern in den Zusammenhang sprachlichen Handelns gestellt ist, werden Bedeutungen nicht „substantiell“ als Eigenschaften von Zeichen angesehen, sondern als „Resultat kognitiver Prozesse im sprachlichen Handeln“ (ibid.).

Im vorliegenden Beitrag wird aber nicht von den strukturalistischen und auch nicht von den gebrauchs- und handlungstheoretischen Bedeutungskonzeptionen, sondern von der Zeichentheorie ausgegangen. Nach einer einführenden theoretischen Grundlage wird in der Analyse...

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