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Identitätskonstruktionen russlanddeutscher Mennoniten im Spiegel ihrer Literatur

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Lilli Gebhard

Russlanddeutsche Mennoniten gehen in der öffentlichen Wahrnehmung in der Gruppe der Russlanddeutschen und Aussiedler auf. In ihren Selbstbeschreibungen grenzen sie sich jedoch stark von anderen ab. Ihre Besonderheiten zeigen sich in der Menge dessen, was innerhalb der Gruppe gesagt und gedacht werden kann, und finden ihren Niederschlag in ihrer Literatur. Für die Analyse dieser Identitätskonstruktionen wird der diskursanalytische Zugang mit einer Dichten Beschreibung (Clifford Geertz) verknüpft. Mit der Dichten Beschreibung der Literatur wird ein Instrument gewonnen, mit dem der Referenzrahmen bestimmt werden kann, der sich hinter der verwendeten Kollektivsymbolik verbirgt. Damit wird ein bisher unbekannter Textkorpus mit einer innovativen Methodik erstmals untersucht.
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5. Die Kollektivsymbolik als Fokussierung der Ergebnisse

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5. Die Kollektivsymbolik als Fokussierung der Ergebnisse

Die Analyse der Kollektivsymbolik wurde zu Beginn der Arbeit zunächst aufgeschoben, weil sie auf Grund der unbekannten Wissensbasis noch nicht vorgenommen werden konnte. Nachdem nun die Wissensbestände untersucht worden sind, können Aussagen zur Kollektivsymbolik getroffen werden. Es soll das bildhafte Sprechen aufgedeckt werden, das innerhalb eines Diskurses von mehreren Diskursteilnehmern verwendet wird. Es handelt sich um sprachliche Bilder, die gleichsam Schlüsselmetaphern sind,1305 und als solche kulturelles Wissen in sich vereinen. Kollektivsymbole sind einerseits Wissensspeicher, erzeugen aber andererseits „rationales wie auch emotional gefärbtes Wissen, weil und indem sie komplexe Wirklichkeiten simplifizieren, plausibel machen und damit in spezifischer Weise deuten“.1306 In diesem Sinne erlaubt die Analyse der Kollektivsymbolik einen verdichteten Zugriff auf elementare Wissensbestandteile. Während diese im Zuge der Dichten Beschreibung entfaltet und in ihrer Breite ausgelotet wurden, kann nun mit der Kollektivsymbolik der fokussierte Blick gewagt werden.

Mit Hilfe der Erläuterungen von Margarete Jäger zur Kollektivsymbolik soll im Folgenden die in den untersuchten Texten vorhandene Symbolik genauer betrachtet werden. Zu fragen ist dabei, ob es sich bei der verwendeten Symbolik tatsächlich um Kollektivsymbolik handelt. Margarete Jäger formuliert sechs Merkmale von Kollektivsymbolen innerhalb eines topischen Systems, das sie „für westliche moderne Industriegesellschaften […] skizziert“.1307 Diese Merkmale sollen bei der folgenden Untersuchung den Rahmen bilden. Zur Erläuterung wird jeweils das von Jäger verwendete Beispiel dargestellt:1308 ← 311 | 312 →

Kollektivsymbole gehen über den Symbolgehalt hinaus und...

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