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Prädiktoren von Aggression

Eine Untersuchung der Faktoren Wahrnehmung und Regulation von Emotionen, Ambiguitätstoleranz, Selbstwertschätzung und Selbstwertdiskrepanz bei Patienten aus der Forensischen und der Allgemeinen Psychiatrie

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Christian Fischer

Aggression ist ein Phänomen, mit dem sich bereits zahlreiche Disziplinen der Psychologie beschäftigt haben. Auch wenn in der aktuellen Berichterstattung der Medien der Eindruck entstehen mag, dass aggressives Verhalten ein Merkmal der aktuellen Gesellschaft ist und fortwährend zunimmt, so nimmt Aggression keine Sonderrolle im menschlichen Verhaltensspektrum ein. Ebenso wenig handelt es sich um ein Phänomen der aktuellen Zeit. Dennoch stellt sich die Frage, warum einige Personen vermehrt zur Aggression neigen. Nach einer Übersicht zu psychologischen Theorien zur Erklärung von Aggression und Methoden zur Aggressionsmessung, wird mit den Ergebnissen einer Untersuchung bei Patienten aus der Forensischen und der Allgemeinen Psychiatrie das komplexe Zusammenspiel einzelner Persönlichkeitsmerkmale wie Selbstwertschätzung, Impulsivität, Ambiguitätstoleranz sowie der Faktoren Wahrnehmung und Regulation von Emotionen aufgezeigt. Neben dieser wechselseitigen Beeinflussung der einzelnen Prädiktoren, die von der oftmals trivialen Betrachtung von 1:1-Beziehungen einzelner Prädiktoren von Aggression abrät, ergaben sich weitere Ergebnisse. Diese gehen teilweise über die gängige Literatur hinaus und geben sowohl Anstöße für weitere Untersuchungen von Aggression als auch für die Praxis bei Diagnostik und Therapie (z. B. die Unterscheidung zwischen funktionaler und dysfunktionaler Impulsivität, Einfluss der Ambiguitätstoleranz).
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9 Zusammenfassende Beantwortung der Hypothesen und Diskussion

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Im folgenden Teil sollen die zuvor im Detail referierten Ergebnisse zur Beantwortung der Hypothesen, die der Untersuchung zu Grunde lagen, zusammengefasst und diskutiert werden. Zusätzlich soll auch auf Ergebnisse eingegangen werden, die im Vorfeld nicht explizit in Hypothesen formuliert wurden.

9.1 Explizite und implizite Anteile bei Selbstwertschätzung und Aggression

a) Es wird davon ausgegangen, dass Personen, die sich durch ein aggressives Verhalten auszeichnen, Stimuli mit aggressiven Inhalten eher mit der eigenen Person assoziieren, so dass eine Unterscheidung zwischen Personen, die zu aggressivem Verhalten, und Personen, die zu Alternativhandlungen neigen, auf Grund der unterschiedlichen Assoziationsstärke in den indirekten Messverfahren erfolgen kann. Für die indirekte Messung der Selbstwertschätzung wird davon ausgegangen, dass Personen mit einer implizit hohen Selbstwertschätzung positive Stimuli eher mit der eigenen Person in Verbindung bringen, so dass auch auf Grund der unterschiedlichen Assoziationsstärke bei positiven und negativen Stimuli zwischen Personen mit hoher und niedriger impliziter Selbstwertschätzung unterschieden werden kann.

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