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Prädiktoren von Aggression

Eine Untersuchung der Faktoren Wahrnehmung und Regulation von Emotionen, Ambiguitätstoleranz, Selbstwertschätzung und Selbstwertdiskrepanz bei Patienten aus der Forensischen und der Allgemeinen Psychiatrie

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Christian Fischer

Aggression ist ein Phänomen, mit dem sich bereits zahlreiche Disziplinen der Psychologie beschäftigt haben. Auch wenn in der aktuellen Berichterstattung der Medien der Eindruck entstehen mag, dass aggressives Verhalten ein Merkmal der aktuellen Gesellschaft ist und fortwährend zunimmt, so nimmt Aggression keine Sonderrolle im menschlichen Verhaltensspektrum ein. Ebenso wenig handelt es sich um ein Phänomen der aktuellen Zeit. Dennoch stellt sich die Frage, warum einige Personen vermehrt zur Aggression neigen. Nach einer Übersicht zu psychologischen Theorien zur Erklärung von Aggression und Methoden zur Aggressionsmessung, wird mit den Ergebnissen einer Untersuchung bei Patienten aus der Forensischen und der Allgemeinen Psychiatrie das komplexe Zusammenspiel einzelner Persönlichkeitsmerkmale wie Selbstwertschätzung, Impulsivität, Ambiguitätstoleranz sowie der Faktoren Wahrnehmung und Regulation von Emotionen aufgezeigt. Neben dieser wechselseitigen Beeinflussung der einzelnen Prädiktoren, die von der oftmals trivialen Betrachtung von 1:1-Beziehungen einzelner Prädiktoren von Aggression abrät, ergaben sich weitere Ergebnisse. Diese gehen teilweise über die gängige Literatur hinaus und geben sowohl Anstöße für weitere Untersuchungen von Aggression als auch für die Praxis bei Diagnostik und Therapie (z. B. die Unterscheidung zwischen funktionaler und dysfunktionaler Impulsivität, Einfluss der Ambiguitätstoleranz).
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10 Abschließende kritische Diskussion und Ausblick

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Da es sich bei dem Großteil der verwendeten Methoden der expliziten und indirekten Messung um Verfahren handelte, die sich bereits in früheren und in Teilen auch vergleichbaren Untersuchungen bewährten, ist davon auszugehen, dass der Zusammensetzung der Untersuchungsgruppe ein bedeutender Anteil für das Zustandekommen der Befunde, die sowohl den eigenen Hypothesen als auch der wissenschaftlichen Literatur widersprachen, zuzuschreiben ist.

Neben der entgegen der ursprünglichen Annahme bestehenden Heterogenität innerhalb der Untersuchungsgruppe (bezogen auf die Demografischen Daten) sind die Probanden, die zum einen aus der forensischen Psychiatrie und zum anderen von einer Rehabilitationsstation einer Suchtklinik rekrutiert wurden, auch als Extremgruppe anzusehen. Aus dem Grund erscheint es plausibel, dass sich die Befunde der eigenen Arbeit nicht immer mit denen der gängigen Literatur in Einklang bringen lassen, da in den zahlreichen publizierten Studien oftmals studentische Gruppen (die in gewisser Weise auch eine Extremgruppe bilden) oder auch Personen aus der Allgemeinbevölkerung untersucht wurden. Des Weiteren ist auch der Gruppengröße ein bedeutender Einfluss auf die gefundenen Ergebnisse zuzuschreiben. Trotz dessen, dass die Untersuchungsgruppe 104 Probanden umfasste, ist es doch sehr wahrscheinlich, dass die Gruppe zu klein war, als dass einige Zusammenhänge zwischen den erfassten Variablen die Stufe der statistischen Signifikanz überschritten hätten. Demzufolge ist es mehr als angebracht, dass bei künftigen Studien mit einem vergleichbaren Ansinnen deutlich mehr Probanden einbezogen werden. Neben einer positiven Wirkung auf die statistische Daten- und Befundauswertung hätte eine größere Untersuchungsgruppe auch den Vorteil, dass...

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