Show Less
Restricted access

Informationsblätter als Allheilmittel zur Überwindung der Informationsasymmetrie?

Series:

Matthias Bohnen

Die Arbeit widmet sich in dieser Form erstmals und umfassend der sich aus verschiedenen Gesetzen ergebenden kapitalmarktrechtlichen Pflicht zur Erstellung eines Kurzinformationsblattes (KIID, PIB, VIB, BIB). Der Verfasser analysiert in einer Gegenüberstellung die diesen Beipackzetteln zugrundeliegenden Rechtsnormen. Die gesetzgeberische Zielsetzung, Transparenz und Vergleichbarkeit von Finanzprodukten zu ermöglichen, steht hierbei auf dem Prüfstand. Den Schwerpunkt der Arbeit bilden die inhaltliche Ausgestaltung sowie das Haftungsrisiko des Erstellers aufgrund unrichtiger und irreführender Angaben. Im Ergebnis wird zwar eine Verbesserung des Anlegerschutzes bejaht, zugleich werden aber Rechtsunsicherheiten aufgrund der abstrakten gesetzlichen Vorgaben herausgearbeitet.
Show Summary Details
Restricted access

6. Kapitel: Inhaltliche Anforderungen an Kurzinformationsblätter

Extract

Maßgeblicher Aspekt für die Verwirklichung der gesetzgeberischen Intention, Transparenz und Vergleichbarkeit von Finanzprodukten zu schaffen, ist der für den Inhalt des Kurzinformationsblattes gegebene Rechtsrahmen. Im Hinblick auf die gescheiterte freiwillige Einführung eines Kurzinformationsblattes495 und die negativen Erfahrungen mit dem nach § 42 Abs. 2 InvG a.F. zu erstellenden vereinfachten Verkaufsprospekt496 kann festgehalten werden, dass mit der Größe des Gestaltungsspielraumes bei der Erstellung des Kurzinformationsblattes die Gefahr einer unterschiedlichen Umsetzung der Vorgaben in der Praxis einhergeht. Eine solche unterschiedliche Umsetzung konterkariert die gesetzgeberische Intention und führt darüber hinaus zu Rechtsunsicherheiten bei der Erstellung für die Informationsverpflichteten. Erforderlich sind standardisierte und verbindliche Vorgaben per Gesetz und Verordnung, um eine gewisse Homogenität hinsichtlich Strukturierung, Inhalt und Informationsdarstellung nebst Begriffsverwendung im Kurzinformationsblatt zu erreichen.

Eine erste Annäherung an die gesetzlichen Grundlagen hat verdeutlicht, dass in dieser Hinsicht zwischen den auf europäischer und den auf nationalstaatlicher Ebene eingeführten Informationsdokumenten elementare Unterschiede bestehen.497 Im Folgenden sollen daher die jeweiligen inhaltlichen Vorgaben herausgearbeitet werden, was eine isolierte Darstellung des KIID, PIB und VIB erfordert. Auch für das BIB gelten mit dem PRIP-Verordnungsvorschlag erste Anforderungen an Form und Inhalt. Die Herausforderungen und Schwierigkeiten der rechtlichen Ausgestaltung wiegen schwerer als diejenigen für das KIID, PIB und VIB. Denn das BIB muss nach dem weit gefassten sachlichen Anwendungsbereich für eine größere Anzahl von Finanzprodukten mit unterschiedlichsten Charakteristika erstellt werden,498 denen bei der inhaltlichen Ausgestaltung Rechnung zu tragen ist. Hierauf soll in diesem...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.