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Triangulation in der Fremdsprachenforschung

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Daniela Elsner and Britta Viebrock

Fremdsprachenlernen und Fremdsprachenunterricht sind facettenreiche Forschungsgegenstände, deren Untersuchung ein komplexes Design verlangt. Um ein multidimensionales Bild der ablaufenden Prozesse zu erhalten, werden in der fremdsprachlichen Unterrichtsforschung immer häufiger rekonstruktive und interpretative Verfahren mit standardisierten quantitativen Methoden verbunden. Methoden-, Theorie-, Daten- oder Beobachtertriangulation werden zur Überprüfung von Forschungsergebnissen sowie zur Erweiterung von Erkenntnismöglichkeiten eingesetzt. Die Beiträge in diesem Band zeigen die unterschiedlichen Dimensionen des Triangulationskonzepts, seine theoretischen Grundlagen sowie praktische Anwendungen. Sie sind im Anschluss an die zweite forschungsmethodische Sommerschule der Deutschen Gesellschaft für Fremdsprachenforschung (DGFF) entstanden.
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Forschst Du noch, oder triangulierst Du schon?

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Julia Settinieri

Die Forschungsstrategie der Triangulation wird aktuell sehr facettenreich diskutiert. Der vorliegende Beitrag zeichnet zentrale Diskussionslinien nach, wobei schwerpunktmäßig auf mögliche Zielsetzungen und Formen, Forschungsparadigmen übergreifende Triangulation sowie ausgewählte forschungspraktische Probleme eingegangen wird. Argumentiert wird, dass der nicht zu unterschätzende Mehraufwand, der durch den Einsatz triangulativer Strategien zwangsläufig entsteht, sich lohnt, wenn Gegenstandsangemessenheit und Messgüte jedes einzelnen Datensatzes gewährleistet sind und eine explizit begründete sowie möglichst tiefgreifende Integration der einzelnen Datensätze gelingt.

Triangulation ist in den zwei vergangenen Jahrzehnten in der Sozialforschung und in den letzten Jahren nun auch in der Sprachlehr- und -lernforschung als eine Art Modeerscheinung stark in den Fokus der Fachdiskussion getreten (vgl. bereits Aguado/Riemer 2001: 246). Dabei wirkt das Konzept einerseits schillernd und gleichzeitig seltsam diffus und wird wohl häufiger diskutiert als tatsächlich angewandt, worauf auch die ILMES-Definition des Begriffs Triangulation hindeutet:

In der empirischen Sozialforschung: Die Betrachtung eines Gegenstandes aus (nimmt man den Begriff wörtlich) zwei oder (im übertragenen Sinn) mehreren Perspektiven, Blickrichtungen, Standpunkten. Vor allem im Bereich der qualitativen Forschung wird dieses Verfahren immer wieder propagiert und gelegentlich sogar eingesetzt. (ILMES o. J., Hervorhebung J. S.).

Ziel dieses Aufsatzes ist es daher, einen Überblick über Auffassungen und Formen von Triangulation zu geben, um davon ausgehend zu diskutieren, wann der Einsatz triangulativer Forschungsformen sinnvoll sein kann und wann nicht. Der Beitrag gliedert sich in sieben Abschnitte: Im Anschluss an Einleitung und Klärung...

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