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Mediation als kindgerechtes Verfahren

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Holke-Leonie Doench

Nicht zuletzt durch das Inkrafttreten des Mediationsgesetzes hat das Mediationsverfahren in Deutschland an Bedeutung gewonnen und sich als Methode zur Vermittlung in familiären Konflikten etabliert. Weitestgehend ungeklärt ist jedoch die Rolle des Kindes in der Mediation. Sollte das Kind an der Mediation beteiligt werden? Führt diese zu einer Deeskalation des elterlichen Konfliktes und fördert sie die Wahrnehmung elterlicher Verantwortung? Wie steht es um den Schutz des Kindes in der Mediation? Die Arbeit nimmt sich diesen Fragestellungen an und untersucht das Mediationsverfahren aus dem Blickwinkel des Kindeswohls. Die zentrale Frage, ob das Verfahren kindgerecht ist, wird unter Rückgriff auf empirische Daten und Praxisberichte sowie anhand der Analyse rechtlicher Rahmenbedingungen beantwortet. In einem Leitfaden werden die wesentlichen Ergebnisse praxisgerecht zusammengefasst.
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§ 1 Einleitung

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§ 1 Einleitung

Seit Inkrafttreten des deutschen Mediationsgesetzes (MediationsG)1 am 26. Juli 2012 sind mittlerweile über zwei Jahre vergangen. Ob der angestrebte Bewusstseinswandel, die Förderung der außergerichtlichen Konfliktbeilegung in dem erwarteten Umfang eintreten wird, bleibt abzuwarten. Die Prognosen hierüber sind geteilt. Mit dem MediationsG wurden viele wesentliche Aspekte der Mediation auf eine gesetzliche Grundlage gestellt. Ein Aspekt, der jedoch keinen Niederschlag im MediationsG gefunden hat, ist die Rolle des Kindes2 in der Mediation. Obwohl die Verwirklichung des Kindeswohls oft als Hauptgrund für deren Inanspruchnahme genannt wird,3 finden sich im MediationsG keine und auch in der Literatur nur vergleichsweise wenige Ausführungen zu der Rolle und den Rechten des Kindes in der Mediation.4 Insbesondere die konkreten rechtlichen Fragestellungen, die sich in diesem Zusammenhang ergeben, werden im Schrifttum kaum erörtert. Dabei haben sich nicht zuletzt durch das Inkrafttreten des MediationsG und den daraus resultierenden Neuregelungen Abgrenzungs- und Detailfragen von großer Relevanz ergeben. In vielen Studien und Ausführungen zur Mediation werden zudem die Auswirkungen, die sich durch das Verfahren auf die vom elterlichen Konflikt betroffenen Kinder ergeben, häufig nicht berücksichtigt oder nur pauschal erwähnt. ← 1 | 2 →

A. Ausgangslage

Setzt man sich mit der Lebensrealität von Kindern auseinander, die von der Trennung5 und/oder Scheidung ihrer Eltern betroffen sind, wird deutlich, dass sich hinter den Begriffen „Trennung“ und „Scheidung“ vor allem familiäre Ereignisse hoher Emotionalität verbergen, die das Leben und das Miteinander der Familienmitglieder grundlegend...

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