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EDV-unterstützte Optimierung der Verwaltungssprache in Österreich am Beispiel einer einer öffentlichen Kontrolleinrichtung

Günter Fradinger

Aus ihrer Entwicklung umgibt die Verwaltungssprache eine sprachliche Normierung im Hinblick einer Allgemeinverbindlichkeit gegenüber den Adressatinnen bzw. Adressaten, wobei deren historische Kodifikation sowohl in Wörterbüchern als auch in sonstigen Aufzeichnungen niedergeschrieben wurde. Dies betrifft auch die verbindliche Einhaltung der Gendergerechten Formulierungen in der österreichischen Verwaltungssprache: Durch Umformulieren des Satzes soll die bzw. der Handelnde eindeutig in den Prüfberichten benannt werden. Diese Arbeit zeigt, inwieweit im Hinblick einer optimalen Verständlichkeit und Lesbarkeit der Verwaltungssprache und deren Texte für die Adressatinnen bzw. Adressaten diese Ziele mithilfe einer EDV-Unterstützungshilfe zu erreichen sind. Zusätzliches Infomaterial ist dem Buch auf einer CD beigefügt.
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3. Sprachregelung in Österreich

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Das „österreichische Deutsch“ dessen historische Entwicklung in Kapitel 2 ausführlich dargestellt wurde, wird von der Sprachwissenschaft zum Teil infrage gestellt, obwohl „Sprache und Nationalität voneinander unabhängig“ sind, wie Pohl diesbezüglich erläutert.46

Kritisiert wird vor allem, dass in Österreich differenzierte Ausprägungen der deutschen Sprache verwendet werden, die großteils bairischen Ursprungs oder alemannischer Herkunft sind und das „Österreichische“ quasi eine Dialektvariante der deutschen Sprache darstellt.47

Kontrovers zu obigen Ansichten halten andere Sprachwissenschaftlerinnen bzw. Sprachwissenschaftler fest, dass grundsätzlich nicht von einer einzigen einheitlichen deutschen Sprache ausgegangen werden kann, da österreichische Termini auch in angrenzenden deutschsprachigen Territorien vorgefunden werden.48

Insoferne müsse von einer „binnendeutschen“ Sprachform gesprochen werden und das Deutsche als plurizentrische Sprache mit einer standardisierten Schrift- und Verkehrssprache mit zahlreichen Varianten betrachtet werden, wobei sich auf dem österreichischen Territorium vor allem Besonderheiten des Bairischen ausbilden konnten.49

So zählt in Österreich bspw. die Monatsbezeichnung „Feber“ anstelle von „Februar“, die als Begriff „Feber“ noch immer auf den Parkscheinen der Stadt Wien und dem österreichischen Reisepass vorgefunden wird, zu den bairisch-österreichischen Ausprägungen.

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