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Befähigen, befähigt werden, sich befähigen – Eine Auseinandersetzung mit dem Capability Approach

Gerechtigkeitstheoretische Überlegungen zur Sozialen Arbeit

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Miriam Lange

Ressourcenorientierung, Empowerment und Befähigung als Konzepte der Wertschätzung der Fähigkeiten von AdressatInnen finden in der Pädagogik zunehmend Beachtung. In diesen Diskurs reiht sich der Capability Approach ein. Der gerechtigkeitstheoretische Ansatz – vom Ökonomen Amartya Sen für die Armutsforschung entwickelt und von Martha Nussbaum sozialphilosophisch erweitert – wird zunehmend interdisziplinär rezipiert. Es geht darum, wie es Menschen gelingen oder möglich gemacht werden kann, das Leben so zu führen, wie sie es selbst wünschen. Die Studie geht der Frage nach, welche Handlungsmaximen für Pädagogik und Soziale Arbeit aus dem Verständnis von Befähigung abgeleitet werden können, untersucht den Capability Approach als eine Referenztheorie dafür und bestimmt Soziale Arbeit als Gerechtigkeitsprofession.
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6. Fazit und Ausblick

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Als Gerechtigkeitsbefähigungsansatz ist der CA bemüht, dort die Lücke zu schließen, wo andere Theorien tendenziell eine gerechte Verteilung materieller Ressourcen oder die gerechte Verteilung von Rechten und Freiheiten anstreben, jedoch Mängel an Zugangschancen für ein gutes und menschenwürdiges Leben sowie subjektiv empfundene Ungerechtigkeit nicht zu erfassen vermögen.

Wo im Widerstreit zwischen liberalistischen und egalitaristischen Positionen entweder Gleichheit oder Freiheit zum Bestimmungs- und Verteilungsmerkmal erhoben werden, versucht der CA beides zusammenzufassen. Mit dem Grundsatz einer Equality of Capabilities (vgl. Schrödter 2007, S. 17) wird Gleichheit im Anspruch auf eine bedürfnisgerechte Befähigung zu Freiheit und einem guten Leben für alle Menschen angestrebt.

Da unter Menschen ein hohes Maß an Diversität und eine Vielfalt an Fähigkeiten, Bedürfnissen und Lebenswünschen herrschen, kann – um soziale Gerechtigkeit zu erreichen – nicht für jede/n das gleiche Maß an Befähigung zielführend sein. Trotz einer „gleichen“, gerechten Verteilung sind Menschen nämlich nicht gleichermaßen in der Lage, „die Mittel zur Verwirklichung ihrer Bedürfnisse zu nutzen. Diese Verwirklichungsmöglichkeiten werden zum einen durch große Unterschiede in der körperlichen und geistigen Konstitution bestimmt. Zum anderen können auch die jeweiligen natürlichen und kulturellen Umweltbedingungen solche Verwirklichungsmöglichkeiten beeinflussen“ (Ziegler/Schrödter/Oelkers 2012, S. 303).

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