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Schnittstellen zwischen Organ- und Gewebespende

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Nina Gott

Die Arbeit befasst sich mit dem rechtlichen Fundament der postmortalen Organ- und Gewebespende. Untersucht werden die relevanten Rechtsquellen auf europäischer und nationaler Ebene, die Rechtsposition der Spender, der Spendenempfänger und die Organisationsstrukturen in der Transplantationsmedizin. Der deutsche Gesetzgeber hat sich für eine rechtliche Trennung zwischen der Organ- und Gewebespende entschieden. Untersucht wird in diesem Zusammenhang, ob trotz der Vielzahl medizinischer Überschneidungen zwischen Organ- und Gewebespende eine praktikable und rechtsgemäße Transplantationsmedizin gewährleistet werden kann. Hierbei wird der Frage nachgegangen, ob die Regelungssituation der Transplantationsmedizin das Spendenaufkommen fördert und welche rechtlichen Lösungen in Betracht kommen.
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A. Einleitung

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A.  Einleitung

Der Transplantationsmedizin ist es schicksalsgegeben, dass sie zwangsläufig eine nicht aufzulösende Tragik in sich birgt. „Des einen Freud ist des anderen Leid.“1 So lautet ein Sprichwort, das die Problematik bestimmter transplantationsspezifischer Fragestellungen treffend beschreibt. In der postmortalen Transplantationsmedizin gehört es zur Natur der Sache, dass die Organspende den Tod eines Menschen voraussetzt. Dies bedeutet Leid und Kummer für die Angehörigen und/oder eine zu Lebzeiten sich möglicherweise bedrückend anfühlende Auseinandersetzung mit der eigenen Vergänglichkeit. Auf der anderen Seite gibt die Transplantationsmedizin Hoffnung, kann Leben retten oder die Lebensqualität gravierend verbessern. Zu diesen gegenläufigen Wahrnehmungsebenen des Todes und der Heilung tritt ein für die Transplantation verschärfendes Problem hinzu: Es gibt zu wenig Organ- und Gewebespenden. Auf der Patienten- und Behandlerseite verstärkt sich folglich das Bedürfnis nach größeren Spendenressourcen und einer bestmöglichen Verteilungsgerechtigkeit. Demgegenüber fühlt sich manch ein Gefragter unter Druck gesetzt, wenn er mit der Spendenfrage konfrontiert wird. Gleiches gilt für die Angehörigen, die inmitten einer Trauersituation konkret mit der Spendenfrage konfrontiert werden, zudem differenzierende Fragen hinsichtlich der Spendersubstanzen und der Anamnese beantworten sollen. Es entsteht möglicherweise die Befürchtung, dass die ärztliche Heilbehandlung zugunsten der zur Frage stehenden Spende abgebrochen bzw. aufgegeben wird.

Die Medizin hat es in den letzten Jahren möglich gemacht, mit der Durchführung von Transplantationen Überlebenschancen und die Lebensqualität von erkrankten Menschen zu verbessern. Die Optionen...

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