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Schnittstellen zwischen Organ- und Gewebespende

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Nina Gott

Die Arbeit befasst sich mit dem rechtlichen Fundament der postmortalen Organ- und Gewebespende. Untersucht werden die relevanten Rechtsquellen auf europäischer und nationaler Ebene, die Rechtsposition der Spender, der Spendenempfänger und die Organisationsstrukturen in der Transplantationsmedizin. Der deutsche Gesetzgeber hat sich für eine rechtliche Trennung zwischen der Organ- und Gewebespende entschieden. Untersucht wird in diesem Zusammenhang, ob trotz der Vielzahl medizinischer Überschneidungen zwischen Organ- und Gewebespende eine praktikable und rechtsgemäße Transplantationsmedizin gewährleistet werden kann. Hierbei wird der Frage nachgegangen, ob die Regelungssituation der Transplantationsmedizin das Spendenaufkommen fördert und welche rechtlichen Lösungen in Betracht kommen.
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G. Schlussbetrachtungen

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G.  Schlussbetrachtungen

Die Schnittstellen zwischen Organ- und Gewebespende sind vielfältiger Natur. In medizinischer Hinsicht bestehen Abgrenzungsprobleme zwischen Organen und Geweben. Genannt sei in diesem Zusammenhang insbesondere der Bereich der komplexen Gewebespenden.

Hinsichtlich der Transplantation von komplexem Gewebe wird diskutiert, ob nicht eine Organeigenschaft zu bejahen ist, somit ausschließlich die Vorschriften des Transplantationsgesetzes und nicht die des Arzneimittelrechts Anwendung finden müssen. Medizinisch wird dies zum Teil mit der größeren Vergleichbarkeit mit Organen als mit Geweben begründet. Die medizinisch getroffenen Abgrenzungsmerkmale zwischen Organen und Geweben stellen eine maßgebliche Richtung für die rechtliche Behandlung von komplexen Geweben dar. Handelt es sich bei Gesichtern, Händen und Armen aufgrund bestimmter biologisch- medizinischer Eigenschaften um Organe, besteht kein nachvollziehbarer Grund, die Gesetzessituation dieser medizinischen Logik nicht anzupassen.

Aufgrund der Organdefinition des TPG entstehen Subsumierungsschwierigkeiten, sobald menschliche Substanzen jenseits der klassischen Organ- und Gewebemedizin einzuordnen sind. Statt neue Definitionen in das Transplantationsgesetz aufzunehmen, neigt der Gesetzgeber zu einer zunehmend kompliziert werdenden Ausgestaltung der Organdefinition gemäß § 1 a TPG.

Es besteht die Gefahr, dass hierbei die Anwendungsklarheit verloren geht. Schon jetzt ist diskutabel, was unter einer funktionalen Einheit zu verstehen ist. Mit immer größeren Möglichkeiten auf dem transplantationsmedizinischen Feld wachsen deren Sachverhalte. Es wird folglich schwierig werden, an einem zweigliedrigen System, dem Transplantationsgesetz und dem Arzneimittelrecht, festzuhalten.

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