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Südslawen und die deutschsprachige Kultur

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Anetta Buras-Marciniak and Marcin Golaszewski

Thema des Buches ist die gegenseitige Beeinflussung der deutschsprachigen und der südslawischen Kultur, ausgelöst durch die Migrationswelle der Südslawen in die deutschsprachigen Länder infolge des Krieges im ehemaligen Jugoslawien. Die Idee einer friedlichen Koexistenz mehrerer Nationalitäten in einem Staat sowie der Multikulturalitätsgedanke wurden durch den Krieg in Frage gestellt. Die daraufhin einsetzende Migrationswelle hat auch die Gesellschaftsstruktur der deutschsprachigen Länder gravierend beeinflusst. Im Buch wird einerseits das Kulturbild der Südslawen, das in Literatur und Kultur des deutschsprachigen Raums dokumentiert wird, andererseits das deutsche Kulturbild in der Literatur der Südslawen im 20. und 21. Jahrhundert eingehend untersucht.
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Die Stadt Berlin in der postjugoslawischen autobiografischen Prosa

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← 60 | 61 → Magdalena Ślawska

Universität Wrocław (Breslau)

Die Stadt als solche interessiert Vertreter verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen seit Langem, zurzeit ist sie eines der wichtigsten Motive in der Diskussion und Reflexion der Moderne. Die Verschiebung des Interessenschwerpunkts auf den städtischen Raum führte zur Pluralisierung von Forschungsperspektiven und -ausrichtungen im Rahmen der gegenwärtigen urban studies. Zugleich ist die Stadt oft ein Bezugspunkt in gender- bzw. feministisch orientieren Forschung, in Cyberspace-Konzeptionen oder in der postkolonialen Kritik.

Die Stadt spielt auch im Prozess der Identitätsbildung eine äußerst wichtige Rolle, sie definiert und stabilisiert sie, insbesondere in Umbruchsituationen. Ein solches Ereignis ist zweifelsohne der Zerfall Jugoslawiens, in dessen Folge sich viele Bewohner des Landes wie Heimatlose fühlten, besonders, als in den neu entstandenen Staaten der Prozess des Ersatzes von jugoslawischer Identität bzw. des Kollektivgedächtnisses durch neue, nationale Modelle einsetzte.

Die Künstler griffen die Probleme der Konfiszierung ihrer Heimat sehr schnell auf. Dies führte zur Entstehung zahlreicher Werke, die sich mit dem Bild des vergangenen Jugoslawiens beschäftigten. In der nostalgischen Rückkehr in die Vergangenheit spielten die Räume der Kindheit und Jugend, die man vor dem Vergessen zu schützen versuchte, eine besondere Rolle. Heimatstädte wurden zu einem der Hauptthemen von kroatischen, bosnischen und serbischen Literaten. Zu nennen sind hier etwa der Vukovar-Zyklus von Pavao Pavličić,1 ← 61 | 62 → die Werke von Goran Tribuson,2 Julijana Matanović oder Josip Cvenić3 sowie...

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