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Südslawen und die deutschsprachige Kultur

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Anetta Buras-Marciniak and Marcin Golaszewski

Thema des Buches ist die gegenseitige Beeinflussung der deutschsprachigen und der südslawischen Kultur, ausgelöst durch die Migrationswelle der Südslawen in die deutschsprachigen Länder infolge des Krieges im ehemaligen Jugoslawien. Die Idee einer friedlichen Koexistenz mehrerer Nationalitäten in einem Staat sowie der Multikulturalitätsgedanke wurden durch den Krieg in Frage gestellt. Die daraufhin einsetzende Migrationswelle hat auch die Gesellschaftsstruktur der deutschsprachigen Länder gravierend beeinflusst. Im Buch wird einerseits das Kulturbild der Südslawen, das in Literatur und Kultur des deutschsprachigen Raums dokumentiert wird, andererseits das deutsche Kulturbild in der Literatur der Südslawen im 20. und 21. Jahrhundert eingehend untersucht.
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Zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Imagination und Wirklichkeit. Ein Blick auf Wien in dem Essayband Via Vienna von Mile Stojić

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Universität Szczecin

Bereits im 18. Jahrhundert begründete Wien – als Hauptstadt eines multinationalen und multikulturellen Riesenorganismus – seine Führungsposition in Mitteleuropa. Hier, im Herzen der Habsburgermonarchie, liefen die Wege zusammen und wieder auseinander. An der Schnittstelle zwischen Nord und Süd und zwischen Ost und West gelegen, wurde Wien zu der wichtigsten Verbindungsstätte zwischen Zentraleuropa, Mittelmeerraum und Balkan. In der Donaumetropole überschnitten sich verschiedene Sprach- und Kulturkreise, kreuzten sich differente Einflüsse, mischten und überlagerten sich heterogene Traditionen. Wie keine andere Stadt in Europa entwickelte sich Wien zu einer Plattform für vielfältige Diskurse, in denen unterschiedliche Modelle der Koexistenz im Vielvölkerstaat entworfen wurden. Mit den beiden Weltkriegen und der jeweiligen geopolitischen Neuordnung Europas nach ihrem Ende lockerte sich aber – und in vielen Fällen zerriss – das Netz der alten Beziehungen, Verflechtungen und Einwirkungen. Mühsam musste Wien nach seinem Platz in der neuen Wirklichkeit suchen, ohne jedoch auf den alten Reiz der einstigen kaiserlichen Metropole verzichten zu können oder zu wollen. Das inzwischen erworbene Prädikat der Einzigartigkeit – übrigens mittels des in den 1980er Jahren popularisierten Werbeslogans „Wien ist anders“ geschickt hervorgehoben – verdankt die Stadt der Komplexität und Vielschichtigkeit ihrer Images und deren Artikulationsformen, die Symbolisches vom Realen kaum unterscheiden lassen. In diesem Sinne konstatiert Lutz Musner,

dass das Ausmaß der symbolischen Zuschreibungen und der Umfang historischer Sedimentierungen unterschiedlicher, aber bestens miteinander kombinierbarer Stadtimages so gewichtig geworden sind, dass sie Wien in...

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