Show Less
Restricted access

Südslawen und die deutschsprachige Kultur

Series:

Edited By Anetta Buras-Marciniak and Marcin Golaszewski

Thema des Buches ist die gegenseitige Beeinflussung der deutschsprachigen und der südslawischen Kultur, ausgelöst durch die Migrationswelle der Südslawen in die deutschsprachigen Länder infolge des Krieges im ehemaligen Jugoslawien. Die Idee einer friedlichen Koexistenz mehrerer Nationalitäten in einem Staat sowie der Multikulturalitätsgedanke wurden durch den Krieg in Frage gestellt. Die daraufhin einsetzende Migrationswelle hat auch die Gesellschaftsstruktur der deutschsprachigen Länder gravierend beeinflusst. Im Buch wird einerseits das Kulturbild der Südslawen, das in Literatur und Kultur des deutschsprachigen Raums dokumentiert wird, andererseits das deutsche Kulturbild in der Literatur der Südslawen im 20. und 21. Jahrhundert eingehend untersucht.
Show Summary Details
Restricted access

Die genealogischen Erzählungen von Aleksandar Hemon, Miljenko Jergović und Igor Štiks oder das Motiv der Habsburgermonarchie in den Texten bosnischer Schriftsteller

Extract

← 96 | 97 → Sabina Giergiel

Universität Opole

Der Gegenstand meiner Ausführungen im vorliegenden Text ist das österreichisch-ungarische Motiv in den Schriften dreier bosnischer Autoren. Die Thematik der Österreich-Ungarischen Monarchie tritt im Schaffen von Miljenko Jergović, Aleksandar Hemon und Igor Štiks beinahe beiläufig auf, als hätte man sie nur am Rande familiärer Betrachtungen ansprechen wollen bzw. als sei sie eine Ableitung aus Überlegungen zur eigenen Identität und zur Zugehörigkeit. Dennoch erscheint mir ihre Präsenz ausdrucksvoll; gleichzeitig ruft sie in den erwähnten Texten ähnliche Konnotationen hervor, deshalb sollte dieser Thematik mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Zu Beginn des Beitrags soll der Frage nachgegangen werden, warum in den Texten dieser aus dem ehemaligen Jugoslawien stammenden Autoren besagtes Motiv so häufig vorkommt. Die Antwort liegt in den historischen Ereignissen sowie in der kulturell-ethnischen Spezifik Bosniens. Da dies allgemein bekannt ist, beschränke mich hier lediglich auf zwei Aspekte.

Der erste, historische, bezieht sich auf die Tatsache, dass Bosnien und Herzegowina 1908 zu einer der Provinzen der Österreich-Ungarischen Monarchie wurde. Der Annexion war seit dem Ende des 19. Jahrhunderts eine dreißigjährige Besatzung von Bosnien und Herzegowina vorausgegangen, die wiederum zu einem Zustrom von Menschen aus den entfernten Provinzen der Monarchie nach Bosnien führte.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.