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Südslawen und die deutschsprachige Kultur

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Anetta Buras-Marciniak and Marcin Golaszewski

Thema des Buches ist die gegenseitige Beeinflussung der deutschsprachigen und der südslawischen Kultur, ausgelöst durch die Migrationswelle der Südslawen in die deutschsprachigen Länder infolge des Krieges im ehemaligen Jugoslawien. Die Idee einer friedlichen Koexistenz mehrerer Nationalitäten in einem Staat sowie der Multikulturalitätsgedanke wurden durch den Krieg in Frage gestellt. Die daraufhin einsetzende Migrationswelle hat auch die Gesellschaftsstruktur der deutschsprachigen Länder gravierend beeinflusst. Im Buch wird einerseits das Kulturbild der Südslawen, das in Literatur und Kultur des deutschsprachigen Raums dokumentiert wird, andererseits das deutsche Kulturbild in der Literatur der Südslawen im 20. und 21. Jahrhundert eingehend untersucht.
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Das Kroatische im Burgenland: Argumentationsstrategien in der Diskussion um Wert und Zukunftschancen einer rezessiven Minderheitensprache

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← 240 | 241 → Stefan Gehrke

Humboldt-Universität Berlin

Im folgenden Beitrag widme ich mich der Frage, wie Gegenwart und Zukunftsperspektiven der Minderheitensprache Burgenlandkroatisch in der Wochenzeitung Hrvatske Novine dargestellt werden. Der Fokus liegt dabei auf den in den Artikeln verwendeten Argumentationsstrukturen und Metaphern. Daneben werde ich zeigen, welche Diskurstypen verwendet werden und wie sog. Superdiskurse die Argumentationen beeinflussen und prägen. Unter den hier in Frage stehenden Hyperdiskursen verstehe ich den Traditionsdiskurs, den Modernisierungsdiskurs und den Globalisierungsdiskurs.

Folgende Charakterisierung dieser Diskurse, die Renata Coray in ihrem Buch Von der Mumma Romontscha zum Retortenbaby Rumantsch Grischun: rätoromanische Sprachmythen1 für das Rätoromanische getroffen hat, treffen auch für andere europäischen Minderheitensprachen, darunter das Burgenlandkroatische, zu:

In der ersten Phase der romanischen Bewegung ab Ende des 19. Jahrhunderts dominiert ein wertkonservativer historisch-kultureller Diskurs, ab den 1970er Jahren wird ein sozialemanzipatorischer staatspolitischer Diskurs präsenter und seit den 1990er Jahren nehmen ökonomische Betrachtungsweisen zu. Wichtige Argumentationsressourcen sind im wertkonservativen Diskurs Geschichte, Kultur, Moral und Religion, im sozialemanzipatorischen Diskurs Gesellschaft, Politik und Recht und im marktwirtschaftlichen Diskurs Ökonomie und Psychologie. Diese drei Diskurstypen bezeichnen wir in Anlehnung an das von kanadischen Soziolinguisten vorgeschlagene Dreiphasenmodell ← 241 | 242 → diskursiver Transformationen im französisch-kanadischen Minderheiten- und Identitätsdiskurs als Traditionsdiskurs, Modernisierungsdiskurs und Globalisierungsdiskurs.2

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