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Südslawen und die deutschsprachige Kultur

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Edited By Anetta Buras-Marciniak and Marcin Golaszewski

Thema des Buches ist die gegenseitige Beeinflussung der deutschsprachigen und der südslawischen Kultur, ausgelöst durch die Migrationswelle der Südslawen in die deutschsprachigen Länder infolge des Krieges im ehemaligen Jugoslawien. Die Idee einer friedlichen Koexistenz mehrerer Nationalitäten in einem Staat sowie der Multikulturalitätsgedanke wurden durch den Krieg in Frage gestellt. Die daraufhin einsetzende Migrationswelle hat auch die Gesellschaftsstruktur der deutschsprachigen Länder gravierend beeinflusst. Im Buch wird einerseits das Kulturbild der Südslawen, das in Literatur und Kultur des deutschsprachigen Raums dokumentiert wird, andererseits das deutsche Kulturbild in der Literatur der Südslawen im 20. und 21. Jahrhundert eingehend untersucht.
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Aleksandar Tišmas Novi Sad als Zone der kulturellen Differenz und Übersetzung

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← 320 | 321 → Diana Hitzke

Universität Gießen

Versteht man Kulturen nicht als gegeben und stabil, sondern als Zonen der Verhandlung (negotiation), dann rücken Praktiken, die kulturelle Differenz herstellen oder wiederholt performieren, in den Vordergrund. Der Übersetzung – ob konkret die Translation von einer Sprache in die andere bezeichnend oder metaphorisch alle möglichen Transformations- und Übertragungsprozesse meinend – kommt dabei eine wichtige Funktion zu. Mit Homi K. Bhabhas Verschiebung der Perspektive von der Wahrnehmung verschiedener voneinander getrennter Kulturen hin zu dem Blick auf die Praktiken, die kulturelle Differenz überhaupt erst produzieren,1 ging in den Literatur- und Kulturwissenschaften eine verstärkte Auseinandersetzung mit den Konzepten von Hybridität, kultureller Übersetzung und Travelling Concepts einher.

Einerseits scheint der Höhepunkt der Debatten bereits vorüber – transkulturelle und translinguale Forschungen können sich auf eine Reihe von Vorläufertexten beziehen –, dennoch kann von einer Flut von Untersuchungen zu sprach- und kulturüberschreitenden (literarischen und kulturellen) Praktiken, die sich eben gerade nicht auf den Vergleich von „Kulturen“ oder „Literaturen“ beziehen, sondern die Praktiken der Herstellung von Kultur in den Blick nehmen, keine Rede sein. Dies motiviert eine Lektüre von Aleksandar Tišmas Upotreba čoveka unter dem Aspekt der kulturellen Differenz und Übersetzung.

Wenn die hybride Bestimmung von „Kultur als Übersetzung“2 vor allem der Dekonstruktion stabiler und essenzialisierender Kulturkonzepte diente, wurde(n) in der breiten diskursiven Verwendung des Konzepts wortwörtliche und metaphorische Bedeutung(en) vermischt (zum Teil bewusst, zum Teil auf ← 321 | 322...

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