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Südslawen und die deutschsprachige Kultur

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Edited By Anetta Buras-Marciniak and Marcin Golaszewski

Thema des Buches ist die gegenseitige Beeinflussung der deutschsprachigen und der südslawischen Kultur, ausgelöst durch die Migrationswelle der Südslawen in die deutschsprachigen Länder infolge des Krieges im ehemaligen Jugoslawien. Die Idee einer friedlichen Koexistenz mehrerer Nationalitäten in einem Staat sowie der Multikulturalitätsgedanke wurden durch den Krieg in Frage gestellt. Die daraufhin einsetzende Migrationswelle hat auch die Gesellschaftsstruktur der deutschsprachigen Länder gravierend beeinflusst. Im Buch wird einerseits das Kulturbild der Südslawen, das in Literatur und Kultur des deutschsprachigen Raums dokumentiert wird, andererseits das deutsche Kulturbild in der Literatur der Südslawen im 20. und 21. Jahrhundert eingehend untersucht.
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Die slowenische Diaspora in Deutschland – vom Gastarbeiter zum Staatsbürger

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Universität in Łódź

Zwischen 1945 und den frühen 1970er Jahren führten zahlreiche Migrationswellen zur Entstehung einer neuen, ethnisch vielfältigen Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland. In den Jahren 1945–1948 kamen etwa 12 Mio. Deutsche aus Sowjetrussland, den Ostblockstaaten und Jugoslawien nach Deutschland.1 Besondere Bedeutung für die Entwicklung der ersten zwanzig Jahre der Bundesrepublik schreibt man den Flüchtlingen aus der DDR sowie den Umsiedlern aus den Gebieten östlich von Oder und Neiße zu. Gemäß deutschem Recht besaßen sie die deutsche Staatsangehörigkeit und mussten in die westdeutsche Gemeinschaft aufgenommen werden. Zur Verbesserung der rechtlichen Lage der Flüchtlinge erarbeitete man in Westdeutschland zahlreiche gesetzliche Regelungen, um ihnen den Zugang zu Finanz- und Sozialhilfe zu ermöglichten. Dies geschah selbstverständlich mit Hilfe der Regierung, der Zusammenarbeit der Flüchtlinge sowie dank einer guten Konjunktur auf dem Markt (das sogenannte Wirtschaftswunder).

Eine andere die deutsche Nachkriegsbevölkerung verstärkende Gruppe waren die sogenannten ethnischen Deutschen, d.h. Personen, die in Gebieten des ehemaligen Deutschen Reichs lebten und aus politischen Gründen (wegen der restriktiven Politik des Ostblocks) nicht in die Bundesrepublik zurückkehren konnten. Diesen Personen garantierte die westdeutsche Gesetzgebung ein Rückkehrecht nach Deutschland. Zwischen 1950 und 1988 kamen so etwa 1,6 Mio. Deutsche aus dem ehemaligen Ostblock nach Westdeutschland. Nach 1988 stieg die Zahl der Einwanderer deutscher Abstammung im Zuge der politischen Veränderungen in der UdSSR gewaltig an, von 42.788...

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