Show Less
Restricted access

Südslawen und die deutschsprachige Kultur

Series:

Anetta Buras-Marciniak and Marcin Golaszewski

Thema des Buches ist die gegenseitige Beeinflussung der deutschsprachigen und der südslawischen Kultur, ausgelöst durch die Migrationswelle der Südslawen in die deutschsprachigen Länder infolge des Krieges im ehemaligen Jugoslawien. Die Idee einer friedlichen Koexistenz mehrerer Nationalitäten in einem Staat sowie der Multikulturalitätsgedanke wurden durch den Krieg in Frage gestellt. Die daraufhin einsetzende Migrationswelle hat auch die Gesellschaftsstruktur der deutschsprachigen Länder gravierend beeinflusst. Im Buch wird einerseits das Kulturbild der Südslawen, das in Literatur und Kultur des deutschsprachigen Raums dokumentiert wird, andererseits das deutsche Kulturbild in der Literatur der Südslawen im 20. und 21. Jahrhundert eingehend untersucht.
Show Summary Details
Restricted access

Wer erbt das deutschsprachige Schrifttum der slowenischen Gebiete?

Extract

← 358 | 359 → Zdzisław Darasz

Universität Warschau

Der Titel des vorliegenden Referats spielt auf Maciej Falskis Artikel Czyj jest Knežji kamen? Szkic o słoweńskiej polityce symboli1 (Wem gehört der Fürstenstein? Skizze zur slowenischen Symbolpolitik) an, der durch die historisch-politische Kontroverse zwischen dem österreichischem Bundesland Kärnten (d.h. mittelbar der Republik Österreich) und der Republik Slowenien in Bezug auf das wohl wichtigste der die Tradition des Staatswesens der beiden durch den Gebirgsstock Karawanken geteilten Länder konstituierenden Symbole. Dieses symbolische Objekt ist der Fürstenstein, der umgedrehte Unterboden einer antiken Quadersäule, auf dem der neu gewählte karantanische Herzog während des Inthronisierungsrituals saß. Diesem wurde die Macht durch die Versammlung der freien Edlinger verliehen. Das Ritual fand auf dem Zollfeld (Gosposvetsko polje) im Zolltal unweit Karnburg, dem Machtzentrum des Fürstentums statt. Informationen zum Ritual selbst gewinnen Historiker vor allem aus dem Schwabenspiegel, einem Rechtsbuch aus dem 13. Jahrhundert, aus der von Ottokar aus der Gaal (einem Schüler und Begleiter des ebenfalls bekannten Dichters Ulrich von Liechtenstein) zu Beginn des 14. Jahrhunderts verfassten Österreichischen Reimchronik und aus der aus den 1440er Jahren stammenden lateinischen Chronik Liber certarum historiarum Johanns von Viktring, Abt eines Zisterzienserklosters. Diese Quellen, die in einer Zeit verfasst wurden, als man das Ritual noch praktizierte, wurden von Autoren der Renaissance genutzt, z.B. von Aeneas Sylvius Piccolomini (der spätere Papst Pius II.) und Jean Bodin (Joannes Bodinus Andegavensis), dem Verfasser des politologischen Traktats Sechs B...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.