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Sprachvariation und Sprachreflexion in interkulturellen Kontexten

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Edited By Corinna Peschel and Kerstin Runschke

Linguistik und Sprachdidaktik müssen sich, wollen sie auf der Höhe der wissenschaftlichen Entwicklung bleiben, einiger zentraler Aspekte annehmen. Drei der wichtigsten sollen in diesem Band in ihren Zusammenhängen beleuchtet werden: Sprachvariation, Sprachreflexion und interkulturelle Kommunikation. Diese Trias eröffnet gerade in ihrem Zusammenspiel eine Fülle spannender linguistischer und didaktischer Fragestellungen. Neben der Rolle der Variation im heutigen Deutsch und den daraus folgenden didaktischen Konsequenzen werden neue Aspekte der Sprachreflexion betrachtet. In Zeiten eines immer stärker multikulturell geprägten Europa müssen – in Gesellschaft und Schule – auch Fragen der Sprachvariation und -reflexion noch stärker unter einem interkulturellen Aspekt betrachtet werden.
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Das Schweigen – eine verschwiegene Sprachhandlung? Überlegungen aus der Sicht der Kontrastiven Pragmatik

Abstract

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In my paper I shall argue that semiotically silence (i.e. nonverbal acting) like speaking (i.e. verbal acting) offers a way of expressing a speech act. Yet it must be emphasized that silence cannot always be interpreted as a speech act signifier. Thus pauses, intentional or unintentional ones, during the flow of speech and at the end of a turn normally carry no semiotic function. However, whenever silence occurs where speaking is expected, i.e. when verbal and nonverbal acting are forming a paradigm, silence does carry semiotic function. In this case, a clear distinction has to be made between intracultural and intercultural communication situations. In a certain communication situation silence might be intraculturally insignificant, whereas interculturally it might very well be significant and vice-versa. Therefore silence is also of high importance for the didactics of foreign languages.

Wird in einer Kommunikationssituation geschwiegen, in der vom Kommunikationspartner erwartet wird, dass gesprochen wird, fällt das Schweigen auf – und umgekehrt. Fängt z.B. ein Vortragender, nachdem ihm das Wort erteilt wurde, sein Referat mit Schweigen an, wirkt das höchst befremdlich, und die Zuhörer überlegen sich nach ganz wenigen Sekunden unwillkürlich, warum er schweigt („Was soll das?“).1 Kommt man zu dem Schluss, dass das Schweigen gewollt und eben nicht unabsichtlich ist (z.B. im Falle, dass der Referent krankheitsbedingt plötzlich nicht sprechen kann, was man wohl meistens sofort feststellen könnte), überlegt man sich sofort, ← 307 | 308 → was der Sinn sein könnte, denn der absichtlichen...

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