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Führungsaufsicht

Die Entwicklung und Ausgestaltung des Instituts der Führungsaufsicht auch im Hinblick auf die einzelnen Bundesländer sowie die Darstellung und Bewertung der Übergangskonzepte zum Umgang mit rückfallgefährdeten Sexualstraftätern

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Daniela Ruderich

Der Umgang mit (Sexual-)Straftätern nach ihrer Entlassung ist seit langem Gegenstand öffentlicher Debatten. Die Arbeit stellt das Institut der Führungsaufsicht umfassend dar. Neben den allgemeinen Grundlagen werden die wesentlichen Neuerungen und Änderungen durch die Reform von 2007 und das Gesetz von 2010 dargelegt, bewertet und Verbesserungen vorgeschlagen. Ferner wird anhand einer eigenen statistischen Erhebung die Entwicklung der Führungsaufsicht in der BRD und den einzelnen Bundesländern untersucht. Abschließend erfolgt eine Zusammenstellung und Bewertung aller Übergangskonzepte zum Umgang mit rückfallgefährdeten Sexualstraftätern, die Prüfung ihrer Notwendigkeit und der Rechtmäßigkeit als Ergänzung bundesrechtlicher Regelungen sowie das Aufzeigen von Optimierungsmöglichkeiten.
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15. Schleswig-Holstein

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a) Entwicklung der Führungsaufsicht

Der Vergleich der Jahre 2000 und 2010 zeigt einen Anstieg der Gesamtzahl der Unterstellungen unter Führungsaufsicht in Schleswig-Holstein.1540 Innerhalb dieser Zeitspanne erhöhte sich die Anzahl von 398 auf 638 und wuchs somit etwas über 60 %.1541 Auffallend ist, dass im Jahr 2008 die Gesamtzahl der Unterstellungen rückläufig war.1542 Exakte Gründe hierfür lassen sich nicht ermitteln. Die Statistik unterscheidet nicht zwischen der gesetzlich und der kraft Richterspruchs angeordneten Führungsaufsicht, wodurch nicht ersichtlich wird, inwieweit die Reform von 2007 Auswirkungen auf den Richterspruch hatte. Plausibel scheint, dass innerhalb dieser Anwendungsmöglichkeit weniger Führungsaufsichten verhängt wurden, da ein Teil der Richter erst die Entwicklung der reformierten Führungsaufsicht abwarten wollte. Da die Führungsaufsicht kraft Richterspruchs aber nur einen kleinen Teil ausmacht, stellt die Unsicherheit des Richters - sofern diese Vermutung überhaupt der Realität entspricht - nicht den einzigen Grund dar, der einen Rückgang um knapp 5% rechtfertigen lässt, zumal die Führungsaufsicht kraft Richterspruchs, wie gezeigt1543, in der Bundesrepublik von 27 im Jahr 2007 auf 38 im darauffolgenden Jahr gewachsen ist. ← 328 | 329 →

Abbildung 20: Entwicklung der Führungsaufsicht in Schleswig-Holstein1544

b) Projekt: Kieler Sicherheitskonzept Sexualstraftäter (KSKS)

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