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Führungsaufsicht

Die Entwicklung und Ausgestaltung des Instituts der Führungsaufsicht auch im Hinblick auf die einzelnen Bundesländer sowie die Darstellung und Bewertung der Übergangskonzepte zum Umgang mit rückfallgefährdeten Sexualstraftätern

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Daniela Ruderich

Der Umgang mit (Sexual-)Straftätern nach ihrer Entlassung ist seit langem Gegenstand öffentlicher Debatten. Die Arbeit stellt das Institut der Führungsaufsicht umfassend dar. Neben den allgemeinen Grundlagen werden die wesentlichen Neuerungen und Änderungen durch die Reform von 2007 und das Gesetz von 2010 dargelegt, bewertet und Verbesserungen vorgeschlagen. Ferner wird anhand einer eigenen statistischen Erhebung die Entwicklung der Führungsaufsicht in der BRD und den einzelnen Bundesländern untersucht. Abschließend erfolgt eine Zusammenstellung und Bewertung aller Übergangskonzepte zum Umgang mit rückfallgefährdeten Sexualstraftätern, die Prüfung ihrer Notwendigkeit und der Rechtmäßigkeit als Ergänzung bundesrechtlicher Regelungen sowie das Aufzeigen von Optimierungsmöglichkeiten.
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Einleitung

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„Wie derjenige behandelt werden soll, welcher nicht bedingt entlassen werden kann und der nach Verbüßung der ganzen Strafe noch der Fürsorge bedarf, ist eine crux des Strafrechts.“1

Als schon lange sehr umstritten gilt die Frage, wie der Umgang mit Straftätern2 durch die Justiz nach Verbüßung der Strafe zu geschehen hat. Seit einigen Jahren ist in der Bevölkerung diesbezüglich ein Gefühl der Unsicherheit spürbar. Die Bürger betrachten die Behandlung gefährlicher Straftäter zusehends kritischer und stellen immer höhere Anforderungen hieran.

Die Massenmedien tragen durch dramatisierende, reißerische und zunehmend emotionale Berichterstattung dazu bei, dass sich diese Angst verstärkt und Zweifel sowie Kritik an der Behandlung von Straftätern aufkommen.3 Nicht zuletzt ein Fall aus Dortmund im Jahr 2011, bei dem ein vorzeitig aus der Sicherungsverwahrung entlassener Sexualstraftäter rückfällig wurde und sexuelle Handlungen an einem siebenjährigen Mädchen vornahm sowie die Fälle Mitja aus Leipzig (2007) und Peter aus München (2005), die gemeinsam haben, dass beide Täter wegen sexuellem Missbrauchs bzw. sexuellem Missbrauchs und Mords bereits mehrfach verurteilt wurden, führen dazu, dass die Diskussion kein Ende findet. Folglich wächst das subjektive Gefühl in der Bevölkerung, man müsse den Umgang mit Sexualstraftätern verhindern, eventuell die Maßnahmen verstärken. Aber nicht nur die Berichterstattung der Medien, sondern auch Äußerungen von Politikern schüren die Angst der Gesellschaft. „Wegschließen und...

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