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Die Unschuld

Der Mensch im Zwielicht der Willensfreiheit

Hellmuth Kiowsky

Ist der Mensch für seinen Willen verantwortlich? Diese im philosophischen Diskurs so zentrale Frage konnte bis heute nicht zufriedenstellend beantwortet werden, obwohl es an Ansätzen und Behauptungen nicht mangelt. Die Standpunkte zur Frage nach dem freien Willen sind jedoch so unterschiedlich, dass eine Antwort ausgeschlossen scheint. Das Ziel dieses Buches ist es, die Thematik kritisch zu beleuchten und Schwierigkeiten aufzuzeigen. So widmet sich der Autor unter anderem der Frage nach Verantwortung und Schuldfähigkeit: um für eine Entscheidung zur Verantwortung gezogen werden zu können, bedarf es der Freiheit, Entscheidungen aus freiem Willen treffen zu können.
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I.

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1. Der Wille als Ding an sich

Kant hat nach der Ansicht Schopenhauers den Begriff des Dinges an sich nie richtig erklärt, sondern ihn von Locke übernommen „als etwas, an dessen Daseyn nicht zu Zweifelns sei, indem es an sich eigentlich von selbst verstehe“. (P, I/1; §13, S. 105)

Diese Selbstverständlichkeit des Dinges an sich sei Kant gewissermaßen zugestanden, denn

„nach Kants Entdeckungen nämlich enthält unsere empirische Erkenntniß ein Element, welches nachweisbar subjektiven Ursprungs ist, und ein anderes, von dem dieses nicht gilt: dieses letztere bleibt also objektiv, weil kein Grund ist, es für subjektiv zu halten“ (Ebd.)

Kant leugne, so Schopenhauer, die von unserer Auffassung unabhängige Realität der Dinge nur soweit, „als das Apriori in unserer Erkenntniß sich erstreckt“. (P, I/1, 106)

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