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Die Unschuld

Der Mensch im Zwielicht der Willensfreiheit

Hellmuth Kiowsky

Ist der Mensch für seinen Willen verantwortlich? Diese im philosophischen Diskurs so zentrale Frage konnte bis heute nicht zufriedenstellend beantwortet werden, obwohl es an Ansätzen und Behauptungen nicht mangelt. Die Standpunkte zur Frage nach dem freien Willen sind jedoch so unterschiedlich, dass eine Antwort ausgeschlossen scheint. Das Ziel dieses Buches ist es, die Thematik kritisch zu beleuchten und Schwierigkeiten aufzuzeigen. So widmet sich der Autor unter anderem der Frage nach Verantwortung und Schuldfähigkeit: um für eine Entscheidung zur Verantwortung gezogen werden zu können, bedarf es der Freiheit, Entscheidungen aus freiem Willen treffen zu können.
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Anmerkungen

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1. Der Wille als Ding an sich

1. W I/1, 143. Auf den Nachweis der Existenz eines Willens zum Leben in der gesamten organischen Natur könne nach W. Rhode verzichtet werden – „zumal sich diese Hypothese in der anorganischen Natur nicht aufrechterhalten lässt“ W. Rhode, Schopenhauer heute; in: Wissenschaftsgeschichte 16, Rheinfelden 1991, S. 138.

2. „Der Berliner Privatgelehrte Julius Frauenstädt hatte literarische Aufträge Schopenhauers auszuführen, in seinen eigenen Veröffentlichungen für die Lehre Schopenhauers einzutreten und im Auftrage Schopenhauers in Büchern und Zeitschriften nach Stellen über diesen herumzustöbern und über alle Funde zu berichten. Er wurde gelobt und ebenso getadelt, wenn er seine Sache verfehlt hatte. Schopenhauer schreibt am 21. August 1852: „Vergebens z.B. habe ich geschrieben, dass Sie das Ding an sich nicht zu suchen haben in [im] Wolkenkuckucksheim, sondern in den Dingen dieser Welt, – also im Tisch, daran Sie schreiben, im Stuhl unter Ihrem Wertesten.“ Vgl. Eduard Grisebach, Schopenhauers Briefe, Leipzig 1894, 25/208.

3. „Kant gründet die Voraussetzung des Dinges an sich, wiewohl unter mancherlei Wendungen verdeckt, auf einen Schluss nach dem Kausalitätsgesetz, dass nämlich die empirische Anschauung, richtiger die Empfindung in unsern Sinnesorganen, von der sie ausgeht, eine äußere Ursache haben müsse.“ W I/2, 535.

4. „Daher ist auch der Begriff Seele nicht nur, wie durch die Kritik der reinen Vernunft feststeht, als transcendente Hypostase unstatthaft, sondern er wird zur Quelle unheilbarer Irrthümer, dadurch, dass er,...

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