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Der Gruppenbezug jugendlicher Delinquenz

Zur Notwendigkeit der Berücksichtigung gruppenbezogener Straftaten bei der Anwendung und Auslegung von Jugendstrafrecht

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Julia Lehmann-Björnekärr

Inwieweit ist das strafrechtliche Handeln junger Menschen aus einer Gruppe heraus strafschärfend oder strafmildernd zu berücksichtigen? Die Autorin setzt sich mit dem status quo in Rechtsprechung und Literatur hinsichtlich der Berücksichtigung des Gruppenbezuges auseinander. Letzteres ist im Rückgriff bzw. unter Berücksichtigung von Forschungsbefunden aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen zu der Bedeutung von Peergroup-Sozialisation, in Verbindung mit Aspekten aus Kriminalitätstheorien, sowie dem Erziehungsgedanken und einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Jugendstrafrecht als Täterstrafrecht erfolgt. Schließlich wurde die Frage nach der Notwendigkeit einer jugendspezifischen Auslegung materieller und prozessualer Regelungen unter dem Aspekt des Gruppenbezuges aufgegriffen. Im Rahmen der Untersuchung entstand unter anderem ein Mehrfaktorenmodell für die Erklärung gruppendelinquenten Verhaltens.
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C. Resumée

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In dieser Arbeit ist der Gruppenbezug jugendlicher Delinquenz mit dem Ziel untersucht worden, die Frage, inwieweit das strafrechtliche Handeln junger Menschen aus einer Gruppe heraus strafschärfend oder strafmildernd zu berücksichtigen ist, zu klären.

Die der Arbeit zugrunde liegenden Arbeitshypothesen haben sich abschließend im Rahmen der Sekundäranalyse der Intensivtäterstudie bestätigt bzw. konnten anhand dieser korrigiert werden. Darüber hinaus haben sich die Arbeitshypothesen in einigen Sachverhalten der analysierten Urteile zu gruppendynamischen Aspekten widergespiegelt.

Gleichzeitig konnte im Rahmen der Untersuchung der Arbeitshypothesen ein Mehrfaktorenmodell für die Erklärung gruppendelinquenten Verhaltens entwickelt und weiter modifiziert werden.

Am Ende dieser Arbeit steht als Ergebnis ein Fragenkatalog, der im Zusammenhang mit den einzelnen Fallgruppen künftig als Basis für den Umgang mit dem Gruppenbezug als Aspekt jugendlicher Delinquenz dienen soll.

Die erzielten Ergebnisse boten darüberhinaus Anlass dazu, die Notwendigkeit einer jugendspezifischen und mithin restriktiven Auslegung der bandenmäßigen Begehung als tatbestandliches Qualifikationsmerkmal bzw. als Regelbeispiel eines besonders schweren Falles zu dokumentieren.

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