Show Less
Restricted access

Sprachwissenschaft für den Alltag. Ein Kompendium

Unter Mitarbeit von Alexander Gräbner. 3., aktualisierte und erweiterte Ausgabe

Hartmut Heuermann

Wir lieben unsere Sprache. Aber kennen wir diese scheinbar so selbstverständliche Sache, mit der wir täglich umgehen? Wissen wir, welch vielschichtiges Gebilde sie in Wirklichkeit darstellt? Ahnen wir die Mannigfaltigkeit und die Feinheiten, die sie offenbart, sobald man die Oberfläche verlässt und den Phänomenen auf den Grund geht? Was zum Beispiel ist ein Symbol, und wie unterscheidet es sich von einer Metapher? Was versteht man unter Ethnolekt, und was ist seine Beziehung zum Idiolekt und Dialekt? Was hat es mit Pidgin auf sich? Sprachwissenschaft für den Alltag ist ein Kompendium, das sprachwissenschaftliches Wissen für den Hausgebrauch vermittelt. In dieser dritten, aktualisierten und erweiterten Ausgabe, die gegenüber der zweiten Auflage nochmal erweitert und ergänzt ist, werden über 230 Schlüsselbegriffe erläutert, die das Medium dem Nutzer näherbringen und der Welt der Sprache Profil verleihen. Eine praktische Handreichung für alle, die mit Sprache umgehen und ihre Kenntnisse verbessern möchten. Eine nützliche Lektüre zu einer Zeit, in der es um die deutsche Sprache offenkundig nicht zum Besten steht.
Show Summary Details
Restricted access

A

← 18 | 19 → A

Extract

kros = Spitze + onyma = Name. Kurzwort, das aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter zusammengesetzt ist. Akronyme dienen der Vereinfachung der Sprache, indem sie lange und komplizierte Wörter oder Wortkombinationen auf ihre Anfangsbuchstaben reduzieren und so bequemer verfügbar (leichter les- und sprechbar) machen. Zum Beispiel: EDV (elektronische Datenverarbeitung), TÜV (Technischer Überwachungsverein), BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz), BGB (Bürgerliches Gesetzbuch), NATO (North Atlantic Treaty Organization), ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobilclub). Die problemlose Verwendung von Akronymen in der Bevölkerung setzt einen hohen Bekanntheitsgrad der jeweils bezeichneten Sachen voraus. Für Ausländer mit geringen landeskundlichen Kenntnissen können sich Verständnisprobleme daraus ergeben.

Von gr. (gleichlautend) akrostichon = Versspitze. Stilistischer Kunstgriff bei der Komposition von Gedichten: Die Anfangsbuchstaben oder -silben oder -wörter von Versen werden so arrangiert, dass sie aneinandergereiht ein Wort, einen Namen oder einen Satz ergeben. Bereits in der antiken Literatur wurde dies als ein virtuoses Spiel mit der Sprache praktiziert. Zuweilen wird es auch heute noch (z. B. in der Werbung oder im Sprachunterricht) angewandt. Das Vergnügen an diesem Spiel resultiert aus der Wandlung der Horizontalen in die Vertikale. Beispiel: ein Gedicht, betitelt „Herbst“, ergibt das Wort „Herbst“, sobald man die jeweils ersten Buchstaben in den Zeilen von oben nach unten liest:

Himmel färbt sich grau

Eimerweise Regen

Raue Winde stürmen

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.