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Sprachwissenschaft für den Alltag. Ein Kompendium

Unter Mitarbeit von Alexander Gräbner. 3., aktualisierte und erweiterte Ausgabe

Hartmut Heuermann

Wir lieben unsere Sprache. Aber kennen wir diese scheinbar so selbstverständliche Sache, mit der wir täglich umgehen? Wissen wir, welch vielschichtiges Gebilde sie in Wirklichkeit darstellt? Ahnen wir die Mannigfaltigkeit und die Feinheiten, die sie offenbart, sobald man die Oberfläche verlässt und den Phänomenen auf den Grund geht? Was zum Beispiel ist ein Symbol, und wie unterscheidet es sich von einer Metapher? Was versteht man unter Ethnolekt, und was ist seine Beziehung zum Idiolekt und Dialekt? Was hat es mit Pidgin auf sich? Sprachwissenschaft für den Alltag ist ein Kompendium, das sprachwissenschaftliches Wissen für den Hausgebrauch vermittelt. In dieser dritten, aktualisierten und erweiterten Ausgabe, die gegenüber der zweiten Auflage nochmal erweitert und ergänzt ist, werden über 230 Schlüsselbegriffe erläutert, die das Medium dem Nutzer näherbringen und der Welt der Sprache Profil verleihen. Eine praktische Handreichung für alle, die mit Sprache umgehen und ihre Kenntnisse verbessern möchten. Eine nützliche Lektüre zu einer Zeit, in der es um die deutsche Sprache offenkundig nicht zum Besten steht.
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arbaros = Fremder, Ausländer, Nicht-Grieche; barbarismos = Gebrauch ausländischer Wörter und Redensarten, die von gebildeten Griechen als „barbarisch“ empfunden wurden. In der heutigen Sprachwissenschaft wird als Barbarismus ein Verstoß gegen sprachliche Normen oder eine Verletzung sprachkultureller Konventionen bezeichnet. Dazu zählen lexikalische Verstümmelungen, syntaktische Auslassungen, unangebrachte Wortumstellungen oder fehlerhafte Anwendungen grammatischer Regeln. Der Begriff ist nahezu bedeutungsgleich mit Solözismus (von gr. soloikismus = Sprachfehler), so genannt nach den Einwohnern von Soloi in Kilikien, denen nachgesagt wurde, dass sie ein fehlerhaftes Griechisch sprächen. Solözismen sind grobe Verstöße gegen das Regelwerk einer Sprache, insbesondere in der → Syntax und der → Morphologie, z. B. wenn die grammatischen Geschlechter vertauscht, wenn falsche Präpositionen verwendet werden; wenn die Zeitenfolge missachtet wird oder wenn Einzahl beim Substantiv syntaktisch mit Mehrzahl beim Verb kollidiert usw. Beispiele: „Nach der Schule gehen“ statt zur Schule; „Ich liebe dir“ statt liebe dich; „Wildes Tanzen und lautes Singen ist untersagt“ statt sind untersagt → Fehlerlinguistik.

Von gr. biblion = Buch + graphein = schreiben. Eine Bibliographie ist ein systematisches, alphabetisch angelegtes Verzeichnis von Büchern, Artikeln, Abhandlungen oder anderen Veröffentlichungen zu bestimmten Themenbereichen. Inhaltlich können dies sein: Epochen, Autoren, Persönlichkeiten (Forscher, Künstler, Politiker, Philosophen u. a.), wissenschaftliche und ← 27 | 28 → kulturelle Sachgebiete oder auch besondere Problembereiche in Geschichte und Gesellschaft. Es gibt keine wichtigen oder für wichtig gehaltene Gebiete, die (unter dem Aspekt: Was ist darüber geschrieben worden?) nicht zum Gegenstand bibliographischer Arbeit gemacht werden können. Sie sind nützlich...

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