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Sprachwissenschaft für den Alltag. Ein Kompendium

Unter Mitarbeit von Alexander Gräbner. 3., aktualisierte und erweiterte Ausgabe

Hartmut Heuermann

Wir lieben unsere Sprache. Aber kennen wir diese scheinbar so selbstverständliche Sache, mit der wir täglich umgehen? Wissen wir, welch vielschichtiges Gebilde sie in Wirklichkeit darstellt? Ahnen wir die Mannigfaltigkeit und die Feinheiten, die sie offenbart, sobald man die Oberfläche verlässt und den Phänomenen auf den Grund geht? Was zum Beispiel ist ein Symbol, und wie unterscheidet es sich von einer Metapher? Was versteht man unter Ethnolekt, und was ist seine Beziehung zum Idiolekt und Dialekt? Was hat es mit Pidgin auf sich? Sprachwissenschaft für den Alltag ist ein Kompendium, das sprachwissenschaftliches Wissen für den Hausgebrauch vermittelt. In dieser dritten, aktualisierten und erweiterten Ausgabe, die gegenüber der zweiten Auflage nochmal erweitert und ergänzt ist, werden über 230 Schlüsselbegriffe erläutert, die das Medium dem Nutzer näherbringen und der Welt der Sprache Profil verleihen. Eine praktische Handreichung für alle, die mit Sprache umgehen und ihre Kenntnisse verbessern möchten. Eine nützliche Lektüre zu einer Zeit, in der es um die deutsche Sprache offenkundig nicht zum Besten steht.
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mblema = Eingefügtes. Ein Bildzeichen mit einem festen, eng begrenzten Sinngehalt, das bestimmte Gruppen als Identitäts- und Repräsentationsmerkmal benutzen. Bäcker verwenden traditionellerweise eine stilisierte Bretzel vor ihrer Bäckerei, Schmiede zeigen Hammer und Amboss, Gaststätten einen Bierkrug oder Weinpokal. Adelsfamilien führen meist Embleme mit heroischen Bildmotiven (Adler, Löwe, Drache, Greif, Schwert, gepanzerte Faust u. dgl.) in ihrem Familienwappen, um sich optisch kenntlich zu machen. (Hier überschneidet sich die Emblematik mit der Heraldik, der Wappenkunde.) Einige Nationen führen Embleme in ihren Nationalflaggen und legen auf diese Weise (wie die frühere Sowjetunion mit Hammer und Sichel) politische Bekenntnisse ab. Die Emblematik als Kunst der Anfertigung und Gestaltung von Emblemen stand im Mittelalter bis in die Renaissance hoch im Kurs. Heute spielt sie nur mehr eine untergeordnete Rolle, findet sich gelegentlich aber ← 37 | 38 → noch in der Werbung (z. B. bei der Präsentation von Firmen-Emblemen). Der Unterschied zwischen → Symbol und Emblem besteht in dem eng definierten, konstanten Bezug des Emblems gegenüber einer „freieren“ Bedeutung des Symbols. In der Verwendung von Emblemen spiegelt sich historisch und psychologisch die Vormacht des konkret Bildhaften gegenüber dem abstrakt Sprachlichen → Logo.

Von lat. emendatio = Verbesserung. So wird in der → Philologie die Korrektur von Problemen oder Fehlern in Manuskripten genannt, die ein Herausgeber (Editionsphilologe) in einem von ihm editierten Text vornimmt. Dabei handelt es sich entweder um die Wiederherstellung unleserlicher (beschädigter, fleckiger, unvollständiger) Textstellen oder um die Beseitigung offenkundiger (Ab-)Schreib oder Druckfehler. In...

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