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Steuerplanung mit EU-Holdinggesellschaften für Drittstaaten-Investoren

Steuerwirkungen, Länderanalysen, steuerpolitische Handlungsempfehlungen

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Torben Petersen

Der Einsatz von Zwischenholdinggesellschaften innerhalb der EU ermöglicht Investoren aus Drittstaaten die Entwicklung steuerlich optimaler Konzernstrukturen. Die Identifizierung des passenden Holdingstandorts erweist sich dabei als komplexe Herausforderung. Ausgehend von den Steuerwirkungen einer Holdinggesellschaft zeigt die Arbeit auf Basis von Standortanalysen, dass die Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten grundsätzlich als Holdingstandorte in Frage kommt. Auf dieser Grundlage sowie der Anleitung zur Gestaltungssuche wird der Steuerpflichtige in die Lage versetzt, den individuell passenden Holdingstandort zu finden. Für die Politik ergeben sich aus dem Wissen über die Ausprägung holdingrelevanter Standorteigenschaften und deren Auswirkungen steuerpolitische Handlungsempfehlungen.
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Kapitel 5: Steuerpolitische Schlussfolgerungen

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In den Kapiteln zwei und drei wurden die Steuerwirkungen einer Euro-Holding mit den Körperschaftsteuersystemen der EU-Mitgliedstaaten kombiniert und so das Fundament für eine praxisnahe Steuerplanung in Kapitel vier gelegt. Sichtbar wurden dabei die steuersystematischen Stärken und Schwächen der jeweiligen Steuerrechtsordnungen. Im Folgenden werden dem Gesetzgeber konkrete Maßnahmen vorgeschlagen und eine alternative Behandlung von Beteiligungsaufwand aufgezeigt.

Eine wissenschaftlich wesentliche Erkenntnis der Untersuchung ist, dass die Quelle für die Komplexität der Steuerplanung mit Holdinggesellschaften schwerpunktmäßig in den unterschiedlichen Ausgestaltungen der verschiedenen Steuerrechtsordnungen liegt. Dem gegenüber bleibt die Anzahl der Gestaltungsmittel weitgehend konstant.913 Mit Blick auf die unterschiedlichen Steuerrechtsordnungen und der daraus resultierenden Komplexität leitet sich für einen zusammenhängenden Wirtschaftsraum wie die EU die Frage ab, ob der aktuelle Wettbewerb zwischen den Steuerrechtsordnungen einem harmonisierten EU-Steuerrecht geopfert werden sollte.

Die vielen Verwerfungen zu Ungunsten und teilweise auch zu Gunsten des Steuerpflichtigen aufgrund nicht abgestimmter Körperschaftsteuersysteme sprechen m. E. zumindest für eine Harmonisierung der steuerlichen Gewinnermittlungsvorschriften. Aus volkswirtschaftlicher Perspektive verzerren die komplexen und international abweichenden Normen zur steuerlichen Gewinnermittlung wirtschaftlich sinnvolle Entscheidungen.914 Sowohl den Unternehmen als auch den Staaten entstehen aus der Administration ihrer jeweiligen Steuerstabstellen ← 187 | 188 → erhebliche Belastungen. Der Steuerwettbewerb sollte daher zwischen den EU-Mitgliedstaaten hauptsächlich durch die Auswahl des Steuersatzes stattfinden. Bei gleichlautenden Gewinnermittlungsvorschriften wäre der Steuersatz der Parameter mit der höchsten Aussagekraft. Eine aufkommensorientierte Steuerpolitik, die beispielsweise die Senkung des Steuersatzes mit einer gleichzeitigen Ausweitung der steuerlichen Bemessungsgrundlage verbindet,...

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