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Der Koch ist der bessere Arzt

Zum Verhältnis von Diätetik und Kulinarik im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit- Fachtagung im Rahmen des Tages der Geisteswissenschaften 2013 an der Karl-Franzens-Universität Graz, 20.6.–22.6.2013

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Edited By Andrea Hofmeister-Winter, Helmut W. Klug and Karin Kranich

Vorbeugen ist besser als heilen – unter diesem Motto lässt sich die Bedeutung der Gesundheitsvorsorge in Mittelalter und Früher Neuzeit zusammenfassen. 16 Fachbeiträge von international angesehenen Wissenschaftler/innen und jungen Nachwuchsforscher/innen aus den Fächern Germanistische Literatur- und Sprachwissenschaft, Geschichtswissenschaft/Medizingeschichte, Volkskunde, Archäologie, Kunstgeschichte und Theologie widmen sich in quellennahen Studien breit gestreuten Aspekten der Gesundheitslehre und der Kulinarik des (vorwiegend) deutschsprachigen Raums von der Antike bis in die Barockzeit. Die einzelnen Beiträge beleuchten vielfältige Fragestellungen aus unterschiedlichsten Perspektiven und wollen so diesem transdisziplinären Forschungsbereich neue, grundlegende Impulse verleihen.
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Geleitwort

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Seit Wilhelm Wackernagel 1827 zuerst Teile aus dem Bůch von gůter spîse publizierte, also seit gut 185 Jahren, ziehen mittelalterliche Kochrezepte das Interesse von Germanistinnen und Germanisten auf sich, allerdings mit wechselnder Intensität: Während der ersten gut 130 Jahre blieb der Kreis der Interessenten an dieser Materie und folglich die Zahl der Text-Editionen ebenso wie die der wissenschaftlichen Abhandlungen eher überschaubar. Erst als seit dem Ende der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts ein neuer Schub von Editionen einsetzte und dank eines erweiterten Literaturverständnisses die kulturhistorische Aussagekraft dieser Textsorte erkannt wurde, gewann die Erforschung mittelalterlicher Kochrezepttexte an Substanz. Nicht zuletzt auch deshalb, weil nun verstärkt die Mitüberlieferung der Kochrezeptsammlungen in die Betrachtung einbezogen wurde, verstand man die Rezepte nicht mehr nur als schlichte, gar ad hoc aus der Küchenpraxis in die Schriftlichkeit transferierte Anweisungen zum Zubereiten von Speisen, sondern nahm ihre gelegentlich in den Sammlungen selbst oder in einzelnen Rezepten explizit zum Ausdruck kommende Affinität zur mittelalterlichen Gesundheitslehre wahr. Auch zeichnete sich, je besser die überlieferten handschriftlichen Rezeptsammlungen bekannt und je intensiver sie studiert wurden, immer deutlicher ab, dass die meisten dieser Sammlungen als Vertreter einer Reihe von deutlich differenzierbaren, jedoch gelegentlich auch miteinander interferierenden Textkorpora angesehen werden müssen. Das bedeutete aber auch, dass ihre vornehmliche Existenzform seit ihrer Entstehung die Schriftlichkeit gewesen sein muss. Damit war die Frage nach der Funktion und dem Stellenwert der Kochrezeptüberlieferung im Wissenskanon des Mittelalters und der frühen Neuzeit neu...

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