Show Less
Restricted access

Erschwerte Lektüren

Der literarische Text im 20. Jahrhundert als Herausforderung für den Leser

Series:

Edited By Helke Kuhn and Beatrice Nickel

Im 20. Jahrhundert werden verstärkt abstrakte literarische Texte erzeugt, die als semiotische Angebote komponiert sind. Die Generierung der semantischen Dimension des Textes wird dabei in unterschiedlichem Maße an den Leser delegiert, und zwar im Sinne nicht abschließbarer, auf semiotischen Strukturen basierender Interpretationsprozesse oder der Generierung von literarischen Texten, die der Autor dem Leser in Form von potenziellen Texten oder Textangeboten bereitgestellt hat. Dieser Band verfolgt das Ziel, den literarischen Text im 20. Jahrhundert als Herausforderung und zugleich als Provokation zur Sinnproduktion für den Leser zu erfassen und an mustergültigen Fallstudien aus dem gesamten Bereich der Romania und dem gesamten Bereich der Literatur zu erläutern.
Show Summary Details
Restricted access

Leserherausforderung als Bedingung für Weltliteratur? S. Beckett, M. Duras, O. Paz und D. Ribeiro im Suhrkamp-Nachlass

Extract



Drawing on the examples of Samuel Beckett, Marguerite Duras, Octavio Paz and Darcy Ribeiro this article persues the question to what extent texts have to challenge their readers – and to do so in different cultures – in order to have a chance of entering the canon of world literature.

In meinen folgenden Überlegungen möchte ich einen Beitrag zur Diskussion um das Konzept Weltliteratur leisten, das unwillkürlich die Frage aufwirft: Inwiefern haben literarische Texte besonders gute Chancen weltliterarisch kanonisiert zu werden, wenn sie eine beträchtliche Herausforderung für den Leser darstellen? Auf eine theoretische Hinführung, in der ich das Konzept Weltliteratur historisch verorten und mit seinen heutigen Implikationen konfrontieren werde, folgen Überlegungen zu weltliterarischen Kanonisierungsprozessen, die ich am internationalen Literaturprogramm des Suhrkamp-Verlags festmache: Während französische Autoren bereits ab Beginn der 1950er-Jahre Beachtung bei Suhrkamp finden, wird Lateinamerika als Kontinent erst ab Beginn der 70er-Jahre, und damit zwanzig Jahre nach den ersten, bereits durchschlagenden Erfolgen außerhalb Deutschlands, in den Verlag aufgenommen. Nach einer Fokussierung auf eine Schnittmenge dominanter Lesarten früher kanonischer Texte soll ein Blick auf spezifische Verlagsstrategien des Suhrkamp Verlags, vornehmlich Siegfried Unselds, latent vorhandene weltliterarische Kriterien offenlegen.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.